-•i" ■^m tHM^^^I ^ '.: ZOOLOGISCHES CENTRALBLATT UNTER MITWIRKUNG VON PROF. DR. O. BÜTSCHLI u^d ^^^^- ^^^- ^' HATSCHEK \ IN HEIDELBERG IN PRAG 1 HERAUSGEGEBEN VON im. A. SCHUBERG PRIVAT DOC ENT IN HEIDELBERG I. JAHRGANG 1894/95. LEIPZIG VERLAG VON V^ILHELM ENGELMANN 1895. Druck der Ivgl. Universitätsdruckerei von H. Stürtz in WürzbufR. Zoologisches Centralblatt unter Mitwirkung von Professor Dr. O. Bütschli ^^^ Professor Dr. B. Hatschek in Heidelberg in Prag herausgegeben von Dr. A. Schuberg PrivatJocent a. d. Technischen Hochschule in Karlsruhe. Verlag- von Wilhelm Engeimann in Leipzig. I. Jahrg. 1. Februar 1894. No. 1. Zusammenfassende Übersicht. Neueste Forschungen über die palaearktisehen Vipern. Von Prof. Dr. O. Bött^er in Frankfurt a. M. 1. V. Meliely, L. Die Kreuzotter (Vipera berus L.) in Ungarn. In: Zoolog. Anzeiger 16. Jahrg. 1893 pag. 186—192. 2. Bonlenger, G. A. On a little-known European Viper, Vipera iirsinii Bonap. In: Proc. Zool. Soc. London 1893 pag. 596—599, Taf. 51. 3. — üne vipere nouvelle pour la France. Extr. de la Feuille des .Jeunes Naturalistes, Paris 1893. 2 pagg., 2 Figg. 4. Kaufmann, M. Les viperes de France. Morsure. Traitement. Paris, Asselin et Houzeau, 1893. 8«. VL 180 pagg., Taf. In der Kenntnis der europäischen Giftschlangen ist ein erheb- licher Fortschritt zu verzeichnen. L. v. Mehely gab (1., pag. 190) die Beschreibung einer Yipernvarietät vom Rakos-Felde im Westen der grossen ungarischen Tiefebene, die er Vipera herus L. var. rciAo- siensis nannte und für eine ausgesprochene Tieflandsform erklärte. Kurz darauf erschien eine Arbeit G. A. Boulengers (2.), in der dieser nachwies, dass die von Mehely erlvannte Giftschlange auch um Laxenburg bei Wien häufig sei, aber als eine von der gemeinen Kreuzotter scharf geschiedene Art aufgefasst werden müsse. Er unterschied sie als Art an ihrem wesentlich kleineren Auge, der kleineren Anzahl von 19 statt 21 Schuppenreihen, der geringeren Zahl von Bauch- und Schwanzschildern, der Form des Kopfes und an der Färbung und Zeichnung. Referent konnte sich an drei Stücken, die er von Laxenburg und an zwei Stücken, die er aus Bosnien erhielt, von der Konstanz der Merkmale überzeugen, die v. Mehely und Boul enger der neuen Form zugeschrieben haben, und stimmt vollkommen mit der Ansicht des letztgenannten Forschers überein, dass wir es in dieser österreichischen Otter mit einer guten Spezies zu thun haben. Aber die Art ist nicht neu. Schon 1835 Zoolog. Centralbl. I. Jahrg. 1 / ^? ö y/ 2 hat sie Prinz L. Bon aparte als Pelias uysinii aus den Abruzzen bei Ascoli beschrieben, und Boul enger (2., pag. 596) hat sie auch in Stücken des Turiner Museums, die etwas südlicher, vom Gran Sasso d'Italia herstammten, nachgewiesen. Seit Mitte der dreissiger Jahre aber war und blieb diese so charakteristische Spezies ver- schollen, und erst jetzt findet sie sich an zahlreichen Stellen zum Teil häufig wieder und, was besonders merkwürdig ist, nicht blos im Tiefland, wie v. Mehel_Y anfangs glaubte annehmen zu dürfen, son- dern auch hoch im Gebirge, so namentlich in den Abruzzen, in Bosnien und ganz neuerdings (3.) auch im I)ej)artement des Basses- Alpes in Frankreich. So wunderbar ist diese vertikale Verbreitung übrigens nicht, da wir ja auch bei Vipera herus eine ähnlich auf- fallende I)isi)ersion in horizontaler wie in vertikaler Richtung kennen, aber rätselhaft bleibt vorläufig doch, welche äusseren Ursachen den Anstoss zur Verkleinerung des Auges bei V. tirsinii, resp. zur Ver- grösserung des Auges bei V. herus gegeben haben mögen. Da nach guten Beobachtern F. herus in den Alpen mehr zum Tagtier, in der norddeutschen Tiefebene mehr zum Xachttier geworden sein soll, wird uns eine plausible Erklärung dieser verschiedenen Augengrösse bei den beiden Arten erheblich erschwert. Von V. ursinii kennen wir übrigens noch nichts über die Lebensweise. Beiläufig macht uns Boul eng er (2., pag. 598, Anm.) noch mit einer zweiten verkannten palaearktischen Viper bekannt, der Vipera renardi (Christoph) 1861 aus Turkestan und der Kirghisensteppe, die nach ihm nament- lich in Färbung und Zeichnung viel Ähnlichkeit mit V. ursiuii Bona}), besitzt. M. Kaufmanns Buch (4.) lu'ingt eine Zusammenstellung zahl- reicher schon früher an verschiedenen Orten veröffentlichter Bissfälle durch Vipera aspis und V. herus und Vorschläge zu einer rationellen klinischen Behandlung des Otternbisses. Was die Kapitel ül)er Ver- breitung und Lebensweise der französischen Giftschlangen anlangt, so ist bei Gebrauch des Buches Vorsicht geboten, da Verfasser die Kreuzotter persönlich offenbar gar nicht kennt (die angebliche Vipera henis Fig. 5 auf der im übrigen schön ausgeführten Tafel stellt ein Phantasiegemälde von einer Colubride mit Spaltpupille dar!). Ln weiteren werden einige selbständig ausgeführte Tierversuche mitge- teilt. Es wird gezeigt, dass Viperngift subkutan nicht auf die Viper wii'kt, ebensowenig auf die Bingelnatter. wohl aber tödlicli auf die niindschleichc und auf den Igel. Neben dem schon früher vielfach angewandten Kaliumpernianganat empfiehlt Verfasser bei Bissfälleu Einspritzungen von ('hronlsäurehisung in 1:100 Wasser als bestes örtliches Gegcmnittcl. Eine recht interessante, auf amtliche Erheb- "imgen sich stützende Tabelle (pag. 164) bringt die Zahlen der ge- töteten und prämiierten Giftschlangen für die einzelnen Jahre von 1864 bis 1890 in den Departements Haute-Saone, Doiibs und Jura und schliesslich ein Anhang (pag. 168 — -177) eine recht brauchbare Bibliographie. Das Werkchen ist angenehm zu lesen und recht ge- fällig ausgestattet. Referate und neue Litteratur. Geschichte und Litteratur. Register zum Zoologischen Anzeiger, herausgeg. v. J. V. Ca ms. — Jahr- gang XI— XV. Nr. 269—408. Lpzg. (Wilh. Engelmann) 189.3. 8". {IV. 329 p.) — M. 12.-. Allgemeine Methodik und Technik. Behrens, \V., Neue Apparate aus der Werkstätte von R. Winkel in Göttingen. (Mit 4 Holzschn.) In: Ztschr. f. wissensoh. Mikrosk. Bd. X. Hft. 3. p. 289—299. Blum, F., Der Formaldehyd als Härtungsmittel. In: Ztschr. f. wissensch. Mikrosk. Bd. X. Hft. 3. p. 314-315. Cori, C J., Das Auftriebsieb, eine Vorrichtung zum Reinigen, Sortieren und Kon- servieren des pelagischen Auftriebes. (1 Holzschn.) In: Ztschr. f. wissensch. Mikrosk. Bd. X. Hft. 3. p. 805-308. Löwenthal, N., Technisch-histologische Notiz. In: Ztschr. f. wissensch. Mikrosk. Bd. X. Hft. 3. p. 309-314. Pal, J., Über ein neues grosses Mikrotom für Gehirnschnitte von C. Reichert in Wien, nebst einschlägigen technischen Notizen. (2 Holzschn.) In: Ztschr. f. wissensch. Mikrosk. Bd. X. Hft. 3. p. 300—304. Wintersteiner, H., Bemerkungen zur Technik des Serienschneidens. In: Ztschr. f. wissensch. Mikrosk. Bd. X. Hft. 3. p. 316—319. Lehr- und Handbücher. Sammelwerke. Vermischtes. Panst, J. G., Tierkunde. Eine synthetische Darstellung des Tierreiches. 4. Aufl. gr. 8°. (Mit 216 Abbildungen, 366 S.) Breslau (Ferd. Hirt). Geb. in Leinw. M. 8.50. Zeilschriften. The Annais of Scottish Natural History., A Quarterly Magazine with which is incorporated „The Scottish Naturalist". Ed. by J. A. Harvie-Brown, Jam. W. H. Trail and Will. Eagle Clarke. 1894. Jan. Edinburgh (Dav. Douglas) 1894. 8°. (p. 1—64,2 pls.) Comptes rendus hebdomadaires des Seances de l'Academie des Sciences. Paris. T. CXVIIl. Paris 1894. 4». Natural Science, A Monthly Review of Scientific Progress. Vol. IV. Jan. 1894. London (Macmillan) 1894. 8". (p. 1—80.) Zoologische Jahrbücher, Abteilung f. Systemat. , Geographie u. Biologie der Tiere. Herausgeg. v. Prof. Dr. J. W. Spengel. VII. Bd. 4. Heft. Jena G. Fischer. 1893. 8». 1* — 4 — Zellen- und Gewebelehre, vergleichende Morphologie, Physiologie und Biologie. Hacker, \., Über die Bedeutung der Centrosomen. Nach Beobachtungen am Wintere! von Sida crystallina. (Anhang zu: Das Keimbläschen, seine Elemente und Lageveränderungen, II. Teil.) In: Archiv f. mikr. Anat. 42, pag. 311—317. Während die meisten Histologen das heteropole Auseimmder- weichen der Chromosomen bei der Kernteilung als durch eine Kon- traktion der Spindelfasern bewirkt ansehen, vertritt bekanntlich Strasburger die Ansicht, dass dieser Prozess in einer aktiven Bewegung der Chromosomen besteht und dass die S})indelfasern ledig- lich das Sul)strat abgeben, an dem diese Bewegung erfolgt. Die Be- deutung der Centrosomen (Centrosphäre , Strasburger) sieht er dabei in einer „cheuiotaktischen Reizwirkung". Diese Ansicht Strasburger 's würde nach Ansicht Hackers an Wahrscheinlichkeit gewinnen, w'enn es gelänge, ein Beispiel dafür zu bekommen, dass während des Kernteilungsprozesses sich an den Centrosomen eine chemische, etwa durch Färbung nachweisbare- Veränderung einstellen würde. Ein solches Beispiel glaubt Ver- fasser in den Eiern von Sida crystallina gefunden zu haben. Es- fand sich nämlich in den Furchungskugeln nach Tinktion mit Pikro- karmin - Hämatoxylin in den Stadien der Aquatorial})latte folgendes Bild. Wir unterscheiden an den Spindelpolen zunächst das anschei- nend homogene, blau gefärbte Centrosomkorn . umgeben von einenr lichten Hof (Zone medullaire von van Beneden) und an diesen eine l)lau fingierte, körnige Pr()to})lasmaanhäufung (Archoplasnui d. Autoren), von welcher Eadiärstreifen in die Umgebung ausgehen. Wenn die- Chromosomen jedoch sich gegen die Spindelpole hin bewegen, ändert sich dieses l)ild in auffallender Weise; das grösser gewordene Centro- som erweist sich als ein bläschenförmiges Element mit fingierter llinden- und farbloser Innensubstanz und stösst nicht mehr unmittel- bar an die lichte Zone medullaire. sondern ist von derselben durch einen tingierten ziemlich Ijreiten Bing geschieden, der gegen den hellen Hof unregelmässig abl)lasst. Hacker deutet diese Erscheinung a> R s B O 13 ^ t— 1 » CTQ B «u C. \\ « t^ 5" p: II tg fÄ m < % in ^ p: h-i n P 1-1 " Qj P + o 1^9 § c OT o »g- S 1= Unmittelbar nachdem der Embryo die erwähnte Lage an der Dorsalseite angenommen hat (Fig. ("), beginnt er sich stark in die Länge zu strecken. Gleichzeitig hiciinit wird von der Serosa eine Art chitiniger Ckiti- cula secerniort. ^^)^ allem sind aber die \'('i':iiidorinm('ii von Interesse. — 45 -- wclclic währenddessen das Indusiuni erleidet. I)assel])e dehnt sich nändicli ausserordentlich stark nach allen Seiten hin aus. Es ge- langt von seiner ursprünglichen Lage an der Ventraltiiiche rechts und links über die Seitentlächen hinweg zur Dorsalseite des Eies hin. Hier si-hiebt es sich immer in Gestalt einer zweischiclitigen Platte (äusseres und inneres Indusiuni) zwischen Serosa und Amnion des Emlnyos ein (Fig. D). Zunächst bleibt in der Mittellinie zwischen den gegeneinander wachsenden Hälften des Indusiums noch eine Spalte erhalten, l)is endlich eine völlige Verbindung zwischen äusserem und innerem Indusiuni eintritt. Nahezu die gesamte Eiobertläclie ist dann von den beiden Schichten des Indusiums bekleidet, nur der vordere und hintere Eipol sind freigeblieben. Es mag an dieser Stelle erwähnt werden, dass sich nicht nur hinsichtlich der Anlage des Indusiums, sondern auch bezüglich des Auswachsens desselben sehr zahlreiche Abweichungen vorfinden, und zwar nahezu bei der Hälfte der zur Untersuchung gekommenen Eier. Betreffs dieser Variationen muss indessen auf die Originalabhandlung Verwiesen werden. Von dem inneren Indusiuni wird eine dunkle, körnige, möglicher- weise Harnkonkretionen enthaltende Schicht abgesondert. Ferner entsteht von der äusseren Fläche des inneren Indusiums noch eine Art Chitincuticula. Wir erlialten damit von aussen nach innen fortschreitend 8 Hüll- schichten, die den Embryo überdecken: 1. Chorion. 2. Cuticula (aljgesondert von der Serosa). 3. Serosa. 4. Äusseres Indusiuni. 5. Schicht der körnigen Substanz. G. Chitincuticula des inneren Indusiums. 7. Inneres Indusiuni. 8. Amnion des Embryos. Zu dieser Zeit sind bei dem Embryo schon die Abdominal- extrem itäten angelegt worden. Auf das erste Paar (von Wheeler als ,,pleuropodia" bezeichnet) folgen 9 Paar gleichartig gestalteter Extreraitätenpaare und am Endsegment die beiden „Cerci". Wie dies schon für zahlreiche andere Orthopteren beschrieben wurde, be- sitzt somit auch der Emlnyo von Xipliidinm an jedem Körperseg- ment ein Extremitätenpaar. Auch die ventrale Einkrümmung des Hinterendes, Avelche bei Xiphidium zwischen dem 7. und 8. Abdominalsegment eintritt (Fig. D), — 46 — dürfte für die Orthopteren ein allgemein verbreitetes typisches Ver- halten darstellen. 3. , Die Entwicke hing von der Umrollung bis zum Aus- schlüpfen des Embryos. Während des Winters verbleibt der Embryo von Xiphidium in der beschriebenen Lage an der dorsalen Eifläche. Erst beim Be- ginne der wärmeren Jahreszeit gelangt sein Kopfende durch stärkeres Auswachsen des Körpers an den hinteren Eipol. Der nun folgende Prozess der Umrollung erinnert ganz an den entsprechenden Vorgang bei Oecanthns, den Libellen u. a. Lisekten. Es verschmilzt zunächst der den Kopf überdeckende Teil des Amnions mit dem inneren Indusium. An dieser Stelle entsteht ein Riss, durch welchen sich zunächst der Kopf, dann der Thorax und schliesslich der ganze Körper hindurchschiebt. Der Embryo gelangt hiermit in den Raum zwischen innerem Lidusium und Chitincuticula des inneren Indusiums und wächst, mit dem Kopfende nach dem vor- deren Eipol gewendet, an der konvexen Ventraltläche des Eies empoi\ Das früher ventralwärts eingekrümmte Hinterende des Abdomens streckt sich hierbei aus, es ist bereits mit einem dorsalen Abschluss versehen und nimmt somit an der beginnenden Umwachsung des Dotters keinen Anteil. Die Vereinigung der noch getrennten Körper- ränder in der dorsalen Mittellinie und die damit verbundene Auf- nahme des Dotters in den Körper beginnt erst am 7. Abdominal- segment und geht von dort nach vorn weiter. Bei der Bildung der Körperwandungen wird das Amnion nicht verwendet, Avie der Autor allerdings mehr auf Grund theoretischer Erwägungen folgert. Das innere Indusium stellt nun zunächst eine Art Kappe dar, die sich vor dem Kopfende befindet (Eig. E). Es erinnert an das bei anderen Insekten von der Serosa gebildete sog. Dorsalorgan, es wird aber schliesslich nicht wie dieses in den Dotter eingesenkt, sondern von letzterem durch die sich schliessenden Körperränder voll- kommen abgeschnürt. Der Embryo liegt dann völlig frei inmitten seiner Hüllen, mit denen er an keiner Stelle mehr in Verl)indung steht. In diesem Stadium wird die erste larvale Cuticula von der Hypodermis ausge- schieden. Später tritt das innere Indusium am Vorderende in Verbindung mit einer Zellenmasse, welche von dem vereinigten äusseren Indusium und der Serosa gebildet wurde. Hierzu tritt noch eine geronnene Flüssigkeit, welche sich bei der Umrollung des Emlnyos in die Amriionhöhle ergossen hatte. Der ganze vor dem Kopfende befind- — 47 — liehe Zellkoniplex , der von den verschiedenen Mend)ranen herrührt, unterUegt vor dem Ausschlüpfen einer völligen Degeneration und Auflösung. Aus einigen Mitteilungen, die der Autor über die Entwickelung von OrcheUmum vulgare macht, geht hervor, dass die Entwickelung, auch hinsichtlich des Indusiums, hier sich im wesentlichen in gleicher Weise vollzieht wie bei Xiphidium. B. Das Inrtusiuiii und seine Hoinolog:a. Es liegt nahe die Frage aufzuwerfen, Avelches Organ bei anderen Tiergruppen dem Indusium des Xtp/wV/wow-Embryos entsprechen könne. Wheeler erinnert an ein eigentümliclies, als ,,Mikropyle" be- schriebenes Gebilde der Eier von Poduriden. Er selbst giebt eine kurze Schilderung eines solchen Organes von Anmida maritima. Die Mikropyle stellt hier eine ringförmige Verdickung des Blastoderms dar und befindet sich an der dorsalen Fläche des Eies unmittelbar vor dem Kopfteil des Embryos. Die Verdickung sinkt später in den Dotter ein und wird resorl)iert. Wheeler zweifelt nicht, dass das in Rede stehende Organ der Poduriden thatsächlich mit dem Indusium bei Locustiden homolog sei. Auch ein Vergleich mit dem problematischen „Dorsal-Organ" der Crustaceen scheint ihm nahe zu liegen. Hinsichtlich der übrigen von dem Autor für möglich angesehenen Homologien wird man sich wohl vorläufig noch sehr skeptisch ver- halten müssen. So werden Homologien mit ähnlichen Verdickungen bei Spinnenembryonen fP/ de). In: Comptes rendus. Acad. Sc. Paris. T. CXVIII. No. 3 (15. Jan. 1894). p. 153-155. Graf, A., Beiträge zur Kenntnis der Exkretionsorgane von Nephelis vulgaris. (4Taf.) In: Jen. Ztschr. f. Naturw. 28. Bd. 2. Hft. 1893 (28. Nov.). p. 163— 195. Norman , A . M. , Who first found Balanoglossus ? In : Ann. of Nat. Hist. (6.) Vol. 13. Jan. p. 136. Ritter, E., On a new Balanoglossus-harva, from the coast of California, and its Po.ssession of an Endostyle (2 Fig.). In : Zoolog. Anz. XVII. Jahrg. Nr. 438. (22. Jan.) 1894. pag. 24—30. Arthropoda. Crustacea. Della Valle, A., Gammarini del Golfo di Napoli. In: Fauna und Flora des Golfes von Neapel. 20. Monographie. 1893. 4°. 948 pp. Atlas: Taf. 1—61. Die vorliegende Monographie der Gammarini stellt sich, aus- genommen den systematischen Teil, den bisher erschienenen würdig an die Seite. Es ist eine Zusammenfassung alles dessen, was bisher üljer diese Tiergruppe l^ekannt war, mit Hinzufügung äusserst umfas- sender eigener Studien des Verfassers. Ungefähr die erste Hälfte des Werkes ist der Anatomie, Ent- wicklung und Biologie gewidmet. Was die äussere Form des Körpers anbelangt, so ist der Gammariden -Körper, wie aus der embryonalen Entwicklung hervorgeht, ursprünglich aus 20 Segmenten aufgebaut, jedes derselben mit einem Paar von Anhängen und einem Paar Ganglien. Beim erwachsenen Tier aber sind nur 13 vorhanden, und zwar bleiben die hinteren frei, während die 7 vorderen in ein Stück, den Kopf, verschmelzen. Von den 13 folgenden bilden die 7 ersten den Thorax, die 6 letzten das Abdomen, das nach dem Verfasser wieder in das eigentliche Abdomen und den Schwanz zerfällt, beide aus je 3 Segmenten bestehend. Am Kopf finden sich die Augen (vgl. unten) und sechs Paar gegliederte Anhänge: zwei Paar Antennen, ein Paar Mandibeln, zwei Paar Maxillen und ein Paar Maxillarf üsse. Die Anhänge der übrigen Segmente werden als Thoracalfüsse (die beiden ersten davon auch als Gnathopoden), Abdominalfüsse oder Pleo- poden und Uropoden bezeichnet. Alle diese einzelnen Arten von Anhängen werden ausführlich besprochen und ihre Homologien fest- gestellt. Die weiteren Abschnitte des anatomischen Teiles handeln über das Hautskelett und dessen Artikulationen, über die Cuticulargebilde — 66 — (Borsten, Dornen, hyaline Stäbchen [bastonelli ialini] und ,,ciipole membranose" [die beiden letzteren an den Antennen]), das Hypoderma (weiche Hautlage); ferner über die Exkretionsorgane: Antennaldrüse, Coxaldrüsen und Frontaldrüsen. Es werden weiterhin das Bindegewebs- system , das Muskelsystem und das Nervensystem in besonderen Kapiteln behandelt, ebenso die Sinnesorgane, der Verdauungskanal und seine Anhänge, das Cirkulationssystem, das Respirationssystem und der Geschlechtsapparat. Die Mehrzahl der hier gemachten Angaben beruht wesentlich auf den eigenen Untersuchungen des Verfassers. Besonders eingehend wird die Entwicklungsgeschichte be- handelt. Verfasser kommt auf Grund seiner Untersuchungen zu Re- sultaten, die z. T. wenigstens den bisherigen Ansichten widersprechen. Vor allem ist in Betreff der Keimblätterbildung folgendes hervor- zuheben. Das Mesoderm entsteht aus den beiden primären Keimblättern, vorwiegend aber aus dem Ektoderm, durch unregelmässige Ein- wanderung amöboider Zellen. Diese amöboiden Zellen linden sich in einem Spalt zwischen Ektoderm und Entoderm und bilden später das Bindegewebs-Muskel-Lager. Das Endresultat dieser Bildung eines visceralen und parietalen Blattes ist dasselbe, wie bei der Bildung durch Einstülpung des Entoderms. Beide Blätter sind aber hier keine echten epithelialen Blätter, sondern vielmehr als Mesenchym zu bezeichnen. Von den vier sekundären Keimblättern ist das Ektoderm der Gammarini dem Ektoderm l)ei Tieren höherer Gruppen, nicht völlig homolog, da letzteres nur ein Teil der peripheren Hülle der Blastula ist, im vorliegenden Falle aber die ganze Oberfläche des Blastoderms in das sekundäre Ektoderm sich umwandelt. Das Augensegment des Kopfes ist, entgegen der Ansicht von Claus u. a., als besonderes Segment anzusehen, da es schon in der Embryonalanlage ein besonderes Ganglienpaar besitzt. Verfasser sucht die Argumente von C laus und K i n g s 1 e y , betreffend die Auffassung der Augen als Abschnitte des Vorderkopfes, ausführlich zu widerlegen. Das T e 1 s o n ist ein einfacher Anhang des letzten Schwanz- segmentes ; dafür spricht der Mangel eines Ganglienpaares, die häuflge Teilung desselben in zwei Stücke durch eine Längstissiir, und das l^eständige Fehlen von Anhängen. Der Abschnitt über die IJiologie ist besonders deshalb inter- essant, weil die Biologie bisher noch wenig berücksichtigt wurde. Die Beobachtungen des Verfassers beschränken sicli naturgemäss auf die Formen des Golfes von Neapel. Er l)esj)ii(ht die Dimensionen, die Färbung, Fälle von ]\Iimetismus, die Häutigkeit, den Aufenthalt i — 67 — und die Schlupfwinkel der Gammarini ; ferner ihren Habitus in der Ruhe und bei der Bewegung, ihr Verlialten gegen das Licht, ihre Nahrung, die Häutung, die Eiablage und Befruchtung, die Brutpflege, Kounnensualismus und Parisitismus , die Parasiten der Gammarini, und schliesslich Regenerationserscheinungen, Lebensdauer und Tod. Der zweite Hauptabschnitt des Werkes ist der Systematik, der geographischen Verbreitung und der Phylogenie ge- widmet. Die Gammarini bilden die zweite Unterordnung der Ordnung der AmpMpoden (Laemodipodi, Gammarini, Siihhyperini, Hyperini). Sie zerfallen in zehn Familien : Bnlichidi, Icilidi, Cheluridi, Coroßdi, AmpeHscidi, Orchestidi, Oediceridi, Dexaminidi, Gammaridi, Lisia- nassidi (es würde sich hier empfehlen nicht die italienische Wortform, sondern die Endung : idae, wie es Gebrauch ist, anzuwenden). Für diese Familien, und ferner auch für die Gattungen und Arten werden tabellarische Übersichten gegeben. Soweit es anging, wurden nicht nur die Formen des Golfes von Neapel behandelt, sondern auch die anderweitig bekannten, sodass diese Zusammenstellung für die Systematik der Gammarini anscheinend einen vollständigen Abschluss giebt: besonders wertvoll könnten die zahlreichen Tabellen sein, wenn Verf. in der kritischen Sichtung des Materials vorsichtiger gewesen wäre: so sind aber zahlreiche Arten zusammengeworfen, die sicher verschieden sind, und dadurch werden die Tabellen völlig nutzlos. Den Schluss des systematischen Teils macht eine Skizze über die geographische Verbreitung der verschiedenen Formen, so- wohl der horizontalen, als auch der bathymetrischen und thermischen. Ein besonderer Abschnitt handelt von den Süsswasserformen, und ferner von dem speziellen Vorkommen der dem Neapler Golf angehörigen Arten. Auch die fossilen Formen werden erwähnt. Betreffs der Phylogenie ist Verfasser der Ansicht, dass inner- halb der Ordnung der Amphipoden die Gammarini den einfachsten Typus darstellen. Die Suhhyperini und Hyperini sind weiter ent- wickelt. Die Laemodipodi sind einerseits primitiv, andererseits mehr fortgeschritten. Keine Familie der Gammarini kann als wirklich primitivste an- gesehen werden: im allgemeinen erscheinen die Didichidi und Icihdi primitiver zu sein als andere, und andererseits sind die Gammandi und Lisianassidi die extremsten. Besonders ist noch auf den Atlas von 61 Tafeln liinzuweisen, der nicht nur zahlreiche auf die Anatomie, Entwicklungsgeschichte — 68 — und Systematik bezügliche Figuren enthält, sondern auch auf den ersten 6 Tafeln prachtvolle kolorierte Habitusbilder giebt. A. Ortmann (Strassburg i. E.). Sars, G. 0,: An account of the Crustacea of Norway. Vol. I. I.Teil. Ampliipoda. Christiania and Copenhagen. (A. Cammermaver) 1893. 8'^. 364 pp. 128 pl. Professor G. 0. Sars, der seit langer Zeit durch seine zahl- reichen Arbeiten auf dem Gebiete der nordischen Krebsfauna bekannt ist, hat es nunmehr unternommen, eine zusammenfassende Darstellung der norwegischen Crustaceenfauna zu geben. Er beabsichtigt, den HauptAvert auf Abbildungen zu legen, um durch dieselben die Be- schreibungen in genügender Weise zu illustrieren, da bekanntlich ^ine gute und deutliche Abbildung viel wertvoller ist , als die ge- naueste Beschreibung. Der vorliegende erste Teil des ersten Bandes erfüllt diesen Zweck vollkommen: er enthält die erste Hälfte der Ordnung der Amphijjoden. Verfasser giebt als Einleitung eine kurze Übersicht über die Ter- minologie des Amphipodenkörpers, die gerade ihrer Kürze wegen brauchbarer und praktischer ist, als eine langatmige Beschreibung. Die angewandten Abkürzungen für die einzelnen Teile sind für alle Abbildungen gleichmässig gebraucht worden, so dass man in jeder Figur die betreffenden Körperteile sofort finden kann. Der Text be- schränkt sich im wesentlichen auf eine Angabe der Diagnosen der Tribus, Familien, Gattungen und Arten, was für ein Handbuch, das besonders zum schnellen und sicheren Bestimmen verwandt werden soll, nur von Vorteil sein kann. Diese Diagnosen werden durch die zahlreichen und klaren Abbildungen wesentlich ergänzt. Der vorliegende Teil enthält zunächst den Tribus der Hyprriiilea. mit den Familien: Hyperiidae (3 Gattungen), Lijcacidac und Sciuidae (jede mit einer Gattung). Es folgt dann der Tribus der Gammaridea. Da die Monographie Della Valleys dieselbe (iruppe behandelt, liegt es nahe, mit dieser letzteren Arbeit einen Vergleich anzustellen. Die Familien OrcJiPstiidae, Lijsianassidae, Ampeliscidae, Oediceridae bei Sars, entsprechen den Orchesfidi, Lisianassidi, Ampelescidi und Oediceridi bei Della Valle. Die Faramphithoidae bei Sars ent- halten 4 Gattungen, die unter der Gattung Avanthozone in der Familie der Bexaminidi bei Della ^^•llle stehen. Andere Gattungen der Deocaminidi finden sich bei Sars einmal unter den AmphiJochidae (Awpliilochuf^, AmpliiJocItoides, Gitanopsis, Gitaua), ferner unter den Stenothoidae [Stenothoi; und Cressa). Die beiden letzteren Familien enthalten auch Gattunjfen. die })ei Della Valle unter den Gammaridi — 69 — stehen, und zwar die erstere: Äsfi/ra und Stegoplax = Peltocoxa^ die letztere: Proholiiim und Metopa. Die übrigen Gamtnaridi sind bei Sars in eine Anzahl von Familien aufgelöst. Der vorliegende Teil enthält folgende: 1. Fontoporeiidae , mit den Gattungen: Pontoporeia, PrisciUa, Bathiiporeia, Haustorius, Urothoe, Argissa; 2. PhoxocephaUdae , mit den Gattungen: Phoxocephalus, LeptopJioxus, Paraplioxus , Harpinia; 3. Stegoceplialidae, mit den Gattungen : Stegocephalus, Stegocephaloides, Aspidoplennis , Andania, Andaniopsis, Andaniella ; 4. LeucotJioidae, mit der Gattung Leucothoe; am Schluss des vorliegenden Teils steht die Familie Einmeridae mit der Gattung Epimeria, die bei Della Yalle ebenfalls (als Acanthonotosoma) unter den Ganimaridi steht. Wie die grosse Familie der Gammaridi in mehrere kleinere auf- gelöst ist, ebenso sind von den Gattungen, wie sie bei Della Valle gefasst sind, viele in kleinere Gattungen gespalten. Diesem Verfahren ist besonders aus praktischen Gründen der Vorzug zu geben, da da- durch allzu formenreiche (Gattungen vermieden werden, über die man bekanntlich sonst nur schwer einen Überblick gewinnt. A. Ort mann (Strassburg i. F.). Bergh, R. S., Beiträge zur Embryologie der Crustaceen. II. Die Drehung des Keimstreifens und die Stellung des Dorsalorgans bei Gammarus pulex. (1 Taf.) In : Zoolog. Jahrbücher. Abtlg. f. Anat. u. Ontog. VII. Bd. 2. Hft. (30. Dez. 1893.) p. 2b5— 248. Arachnida. Nalepa, A., Katalog der bisher beschriebenen Gallmilben, i h r e r G a 1 1 e n u n d N ä h r p f 1 a n z e n, nebst Angabe der einschlägigen Litteratur und kritischen Zusätzen. In: Zoolog. Jahrb., Abteil, f. System., Geogr. und Biol. d. Tiere. 7. Bd., S. 274—327. Der „Katalog" ist das Schlussglied einer längeren Reihe von Arbeiten, durch welche der Verfasser die Kenntnis der Gallmilben ungemein erweitert und zu einem gewissen Abschluss gebracht hat. Der Inhalt gliedert sich derart, dass nach einer gedrängten Über- sicht über die hauptsächlichsten Arbeiten über Gallmilben als erstes Verzeichnis dasjenige der bisher untersuchten P hy top toceci dien und ihrer Gallmilben gegeben wird. Dasselbe umfasst die Seiten 277 — 312 und ist nach den natürlichen Ptlanzenfamilien geordnet. Hierauf folgt zweitens ein Verzeichnis derjenigen Pflanzen, deren Phytoptocecidien bisher hinsichtlich ihrer Gallraill)en untersucht sind. Das Verzeichnis ist alphabetisch; neben jeder Pflanze ist diejenige Seite angegeben, auf welcher in dem vorhergehenden Hauptverzeich- nis die Pflanze zu flnden ist. Dies zweite Verzeichnis umfasst Seite 312—316. — 70 — Es folgt drittens das Verzeichnis der bisher beschriebenen Gatt- ungen und Arten der Familie Phytoptida auf Seite 317 — 322. Die- selbe umfasst 2 Subfamilien mit zusammen 8 Gattungen und ausser- ordentlich zahlreichen Arten. Den Schluss bilden „Anmerkungen", in welchen namentlich über die Identität verschieden benannter Gallmilben gesprochen wird. Je- doch sind in diesen vierten Abschnitt auch Bemerkungen biologischer Natur von Interesse eingetlochten, wie z. B. dass Fälle vorkommen, wo anscheinend identische Gallbildungen derselben Pflanzenart zwei völlig verschiedene Gallmilbenarten zum Urheber haben. P. Kramer (Magdeburg). Pickard-Cambridge, F. O., New Genera and Species of British Spiders. With 2 pls. In: Ann. of. Nat. Hist. (6.) Vol. 13. Jan. p. 87—111. 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Nachricliten, Ent«molosi>^.. ibid. Vol XIII. 1894. pg. 66—67. 1 PI. Die beiden neuen Arten, eine kleine aus England (Somersetshire) eine mittelgrosse aus Irland (Cork), sind, abgesehen vom Ausseren, auf die Genitalorgane gegründet, bezüglich welcher in ihren in Worten schwer detinierbaren Unterschieden auf die Abbildungen verwiesen werden muss. Von der kleinen lag bisher nur ein Exemplar aus einem Garten vor. Das Vorkommen des Arion lusitanicus in Irland bildet die Parallele zu der Verbreitung des Geomcdacus maculosus in Irlaiid und im Nordwesten des Kontinents, nebst manchen Pflanzen etc. Ich selbst hatte früher gelegentlich der Arbeit von Schärft über die irischen Nacktschnecken die meisten Formen von Dublin lebend vor Augen. Manche A. empiricorum hatten den Hal)itus von A. lusi- tanicus^ ohne die inneren Merkmale. Jedenfalls dürfte eine auf grosses Material gestützte Durcharbeitung der westeuropäischen Formen sehr am Platz sein. H. Simroth (Leipzig). Journal, The, of Concliolo;2:y. 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Öffnen sich die Ijeiden Spalten, die Kupffer am hinteren Ende des Kiemendarmes beschrieben hatte, in die Peribranchial- höhle, wie dieser annimmt, oder, wie van Beneden und Julin meinen, in die Perivisceralhöhle V 2. Besteht die von Kupffer behauptete, von Boule aber in Abrede gestellte direkte ^'erbindung zwischen Perivisceralhöhle und Peribranchialraum V Newstead weist nun nach, dass van Beneden undPoule im Recht sind, denn er tindet in der That jederseits von der ,, hinteren Grube" des Kiemendarmes auf einigen Schnitten eine Verbindung zwischen Kiemendarm und Perivisceralhöhle und zwar rechts eine engere , links eine weitere. Zwischen Peribranchialraum und Peri- visceralhöhle besteht dagegen keine direkte Kommunikation. ~ 78 - Zur Untersuchung der Entwickelung der Perivisceralhölile hat Newstead nur unvollständiges Material vorgelegen. Er findet, dass der Boden des Kiemendarmes in zwei Fortsätze sich auszieht , welche zunächst nur an ihrem hinteren, blinden Ende mit einander ver- wachsen. Er homologisiert sie mit dem Epikardium der CJavelina und glaubt, obwohl er es bei Ciona nicht beobachtet hat, dass von ihnen aus Perikardium und Herz sich bilden. Aus diesen beiden Fortsätzen des Kiemendarmes entwickelt sich weiterhin die Peri- visceralhöhle. Eingehender ist dieser Prozess aber nicht beschrieben, und namentlich macht sich der Mangel von Abbildungen von fron- talen Längsschnitten durch entsprechende Zwischenstadien recht fühl- bar bemerklich, so dass Newstead 's Darstellung, so wahrscheinlich sie auch ist, strengsten Anforderungen an überzeugende Gewissheit nicht ganz genügen dürfte. Entsteht die Perivisceralhöhle durch Ausstülpungen des Kiemen- darmes, so kann sie natürlich auf die primäre Leibeshöhle (Blastocoel) nicht mehr zurückgeführt werden und die Homologie mit der sog. Epikardialhöhle wird in hohem Masse wahrscheinlich. Die Verhält- nisse, wie sie CJavelina zeigt, betrachtet Newstead als die ursprüng- lichen und leitet aus diesen die Perivisceralhöhle der Ciona ab. Die Ciona gilt ihm als eine beträchtlich modifizierte Form, und er glaubt daher nicht, dass die übrigen Monascidien ursprünglich ebenfalls eine Perivisceralhölile besessen und später erst rückgebildet hätten. (). Seeliger (Berlin). Heider, K., Mitteilungen über die Embryonalentwicklung der Salpen. (Mit 14 Fig.) In: Verliandl. Deutsch. Zoolog. Gesellsch. 3. Jahresversammlung. (Göttingen 24.-26. Mai 1893). 1894. p. 38—48. Vertebrata. Klinckowströni, A., Beiträge zur Kenntnis des Parietalauges. (2 Tat", und 13 Textüg) In: Zoolog, Jahrbücher. Abteil, f. Anat. u. Ontog. VII. Bd. 2. litt. (30. Dez. 1893.) p. 249-280. Pisces. Allgemeine Fischerei-Zeitung, Neue Folge der Bayer. Fischerei-Zeitung. XIX. Jahrg. München 1894. (Erscheint monatlich 2 bis 3 mal.) M. 4. — (jährlich). Deutsche Fisclierei-Zeitunja^, Wochenblatt für See- und Binnentischerei, Fisch- zucht, Fischbereitung und Fischhandel, auch für Angelsport und Aquarienkunde. (Erscheint ^vüchentlich.) XVII. Jahrg. Stettin 1894. JJ'IiCTniiK'b I*i>i(1()iii)()Mi.iin.i('Mn()CTn, opraii'h pocciiicicaro o'iiii,t'<"T»a pLinono^cTüa ii pwriojioKCTBa [Anzeiger d. Fischerei-Industrie, Organ, d. russ. Ges. f. Fischzucht u. Fischfang]. VIII. Jahrg. Nov.-Dez. 1893. Nr. 11 12. St. Petersburg, typ. Demakoff, 1893. [15. Jan. 1894.] So. [p. 361—428.] Mcintosli, W. C, Contributions to the Life-Histories and Development of the Food aiul other Fishcs. (5 pls.) In: 11. Ann. Kep. Fishery Board of Scot- land, IV. p. 239—249. — 79 — Pfeffer, G., Über die Wanderung des Auges bei den Plattfischen. In: Verliandl. Deutsch. Zoolog. Gesellsch. 3. Jahresversamml. Göttingen (24.-26. Mai 1893) 1894. p. 83. Vaillant, L. , Sur la faune ichthyologique des eaux donces de Borneo. In: Comptes rendus. Acad. Sc. Paris. T. CXVIir. Nr. 4. 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Neuerdings aber wird vermutet, dass diese Teilung der Wurzel nur die Folge eines Absorptionsprozesses ist, welche durch den zwischen den beiden Wurzeln eingekeilten Ersatzzahn hervorgerufen wird. Ein anderes Beispiel eines Reptilienzahnes mit zwei Wurzeln, die aber hintereinander liegen, fand der Verf. bei Nuthetes destructor, einem zwerghaften Dinosaurier aus dem Purbeck, der wohl in die Nähe von Megalosaurus gehört. Doch dürfte in diesem Falle die Tren- nung der Wurzel etwas Abnormes sein, da unter mehr als einem Dutzend Zähnen dieser Art nur ein einziger diese Beschaffenheit zeigte. Übrigens scheint es nicht ganz ausgeschlossen zu sein, dass dieser Zahn doch einem Säugetiere angehört. L. D öder lein (Strassburg i. E.). Gaupp, F., Über die Anlage der Hypophyse bei Sauriern. (2 Taf) In: Arch. f. Mikr. Anat. 42. Bd. 3 Hft. 1893 (30. Nov.) p. 569-580. Jourdain, S., Quelques observations ä propos du venin des serpents. In: Comptes rendus Acad. Sc. Paris. T. CXVIII. Nr. 4. (22. 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Mit 6 Tafeln u. 9 Textfiguren, 70 p. M. 6.50. Personal - Notizen. Dem Privatdücenten an der Universität Graz, Dr. A. Kitter von Heider, wurde der Titel eines a. o.^Professors verliehen. Zoologisches Centralblatt unter Mitwirkung von Professor Dr. O. Bütschli ^^,^^ Professor Dr. B. Hatschek in Heidell)eig in Prag herausgegeben von Dr. A. Schuberg Privatilocent a. d. Technischen Hochscliule in Karlsruhe. Verlag von Wilhelm Eng-elmann in Leipzig. I. Jahrg. 15. März 1894. No. 3. Zusammenfassende Übersicht. Übersieht über die neueren Ergebnisse auf dem Gebiete der Insektenembryologie. Von Dr. Richard Heymons in Berlin. (Schluss.) IL A. Die Keiinhülleii und die Umrolluiig der Insckteiieinbryoiieii. 1. Amnion und Serosa. Die autfallende Bildung von Embryonalhäuten ist allein auf die pterygoten Insekten beschränkt. Dagegen scheinen Amnion und Serosa den A})terygoten vollständig zu fehlen, wie num sie auch bis- her bei den Myriapoden nicht gefunden hat. Auf das Fehlen der Embryonalhäute l)ei einigen wenigen, zum Teil parasitischen Hymenopteren und Museiden ist wohl wenig Ge- wicht zu legen, wir haben hier sicherlich nur eine sekundäre Rück- bildung vor uns. Es sind verschiedene Versuche gemacht worden, die Keimhüllen der Insekten zu erklären. Besonders Nus bäum ^) und v. KenneP) hal)en die Ansicht ausgesprochen, dass wir in den Embryonalhüllen morphologisch sehr alte Gebilde vor uns haben, welche mciglicher- Aveise auf das Dorsalorgan der Crustaceen oder ähnliche Bildungen zurücki^eführt werden können. 1) Nusbaum, J., L'Embryologie de Mysis Chameleo, Thomps. In: Arch. Zoolog. Exper. Tom. 5. 1887. - ) V. Kennel, J., Entwickelungsgescliichte \on rcr!palu.'< En in kontinuierlicher Verbindung und besitzen gleichfalls 4 Längsreilien von Neuroblasten jederseits. Das Fehlen des Mittelstranges im Bereieli des Deuto- 1) Glral)er, V., Vergleichende Studien am Keimstreil' der Insekten. In: Denkschr. d. K. Academie d. Wiss. Wien, 04. Bd., 189U. "-) Grasöi, B., Intorno allo sviluppo dclle Api nell' uuvo. In: Atti dell' Acad. Gioenia Scienze Nat. Catania. Vol. IS. 1884. '^) Hei der, K., Die Fimbryonaleutwicklung des 7yi/(/ro^>/i//((s yi/ct:«« L. 1. Teil. Jena 1889. 4) Viallanes, H., .Siir (juelnues l'oints de rilisloire du DevelDppemont embryonnaire de la Mante religieuse {Mantis rcUgiosa). In: Annalcs des Sc. Natnr Tom. II. 1891. — 87 -^ cerebrum.s ilürl'tc diircli das Vorliandensein des Stoinodaeums ver- anlasst sein. Die Int'raoesopliagealkommissur entspricht höchst wahr- scheinHch l)eiden Querkommissuren eines Bauchmarkganghons. Die GangHenzellen des Gehirns werden gerade wie die des Bauchmarks von NeurobUisten gebildet. Neuroblasten fehlen mü- der Anlage der optischen Ganglien. Zwischen dieser und dem daran stossenden Lobus des Protocerebrums ist eine Masse von Dermato- blasten eingeschoben, welche ein eigentümliches von Yiallanes als ,J)ourrelet ectodermique intraganglionnaire" beschriebenes Organ darstellen. Letzteres, von Wheeler als ,,intraganglionic thicken ing'' bezeichnet, schnürt sich später vom Integument ab, sein weiteres Schicksal konnte jedoch noch nicht festgestellt werden. Der Nervus opticus Inldet sich voraussichtlich durch Aus- Avachsen in centrifugaler Richtung vom Ganglion zum Auge hin. Die Ganglien des symi^athischen Nervensystems entstehen, wie in allen bisher untersuchten Fällen, aus der dorsalen Wand des Stomodaeums. Die Bildung des Gehirns von Blatta und Melanoplus stimmt in allen Hauptpunkten mit der von Xiphidium überein. Wheeler hebt hervor, dass bei Anurida maritima die typische Dreiteilung des Ge- hirns in ein Proto-, Deuto- und Tritocerebrum mit grosser Deutlich- keit zu erkennen ist. Über die Bildung des Coleopterengehiraes lagen in früherer Zeit abweichende Angaben von Patten ^) über AcÜius und von Wheeler '-) über Boryphora vor. In Bezug auf beide Insekten weist jedoch der letztgenannte Autor nach, dass die danuils gegebene Schilderung nicht zutreffend Avar, dass vielmehr auch hier die Verhältnisse in jeder P»eziehung so wie bei Xiphidium liegen. Dies ist von um so grösserem Interesse, als bereits schon früher H e i d e r ^) in seiner Monographie über die Emlnnonalentwickehing des Hydropliihis zu Resultaten gekommen war, welche vollkommen mit den neueren Ergebnissen von Yiallanes im Einklang stehen. Somit erscheint jetzt hinsiclitlich der Anlage des Insektengehirnes eine erfreuliche übereinstimmunt«; herbeigeführt. 1) Patten, W. , Studies on tbe Eyes of Arthropods II. Eyes of Acilius. In: Journ. of Morphol. Vol. 2. 1888. ■-') Wheeler, W. M., The Embryology of Blatta f/ermanica and Doryphora decemlineata. In: Jour. of Morphol. Vol. 3. 1889. 3) Heider, K., Die Embryonalentwicklung Aes Hydrophilus piceus h. I.Teil. Jena 1889. 3. Allgemeine Betrachtungen über das Nervensystem. Es ist von Interesse, dass Whitman ^) für Chpsine und Wilson -) für Lumbricus bei der Bildung des Nervensystems Urzellen oder Teloblasten nachgewiesen haben, welche sehr an die Neuroblasten der Insekten erinnern. Es findet sich allerdings der Unterschied, dass bei den Anneliden nur zwei solcher Teloblasten vorhanden sind, welche am Hinterende liegen und nach vorn (parallel zur Oberfläche) Reihen von Tochterzellen abgeben, während bei den Insekten eine ganze Schicht von Neuroblasten sich vorfindet, von denen die Ganglienzellen senkrecht zur Oberfläche abgeschnürt werden. Wheeler hält es jedoch für möghch, dass bei den Insekten die Schicht der Neuroblasten von einigen wenigen Zellen abstaumit, welche vor dem After liegen. Hiermit würden natürlich in beiden Fällen sehr ähnliche Verhältnisse vorliegen. Bezüglich der versuchten Homologisierung der Neuroljlasten mit den Teloblasten der Anneliden können wir uns aber nicht ein- verstanden erklären , so lange nicht der exakte Nachweis geführt wird, dass die Neuroblasten thatsächlich von einigen wenigen a-m Hinterende befindlichen Urzellen herstammen. Hierfür können von Wheeler vorläufig nur unzureichende Gründe geltend gemacht werden. Die Anlage des Insektenkeimstreifs aus einzelnen isolierten Centren steht nach der Meinung des Referenten der erwähnten Hypothese überhaupt sehr ungünstig gegenüber. In der Ausbildung der regel- mässigen Zellreihen bei Insekten und Würmern Averden wir somit nur ein analoges Verhalten, keinenfalls aber eine wirkliche Homo- logie erblicken dürfen. Für die Frage nach der Segmentierung des Insektenkopfes sind die Befunde von Viallanes ^) und Wheeler von grossem Interesse. Wir haben uns vor allem an die Gliederung des Gehirns in ein Proto-, Deuto- und Tritocerebrum zu halten. Dem Segment des Deutocerebrums gehört ein Paar von Coelom- säckchen und Extremitäten an, welche letztere bei den Insekten zu den Antennen geworden sind. Das Segment des Tritocerel)rums ent- hält ein Paar von rudimentären Coelomsäckchen, es besitzt aber keine («liedmassen mehr. Hier ist es nun von Wichtigkeit, dass Wheeler bei Amirida maritima am Tritocerebralsegmcnt ,,a pair of minute l)ut distinct a})pen(lages" nachweisen konnte. 1) Whitman, C. 0., A Contribution to tho History of tlic (ienn-laycrs in Clepsine. In: Journ. of Morphol. Vol. 1. 1887. 2) Wilson, K. B. , Tbe Embryology of tho Kartli-woiin. In: Jouru. of Morphol. Vol. 3. 1889. ^) Vi all an es, H., Siir quelques Points etc. loc. cit. - 89 — Damit ergiebt sich, dass das Deuto- und Tritocerehralsegment homodynaiiie Bildungen mit den folgenden })ostoralen Segmenten sind. Es sind diese Segmente wohl sicher als ursprünglich postorale an- zusehen, welche sich erst sekundär mit dem primären Kopfabschnitt verbunden haben. Es sei hier darauf aufmerksam gemacht, dass in dem Lehrbuch von Korscheit und Heider ^) bereits die gleiche Auffassung be- gründet worden ist. C. Die Eiitwickelung der Geschlechtsorgane bei den Insekten. 1. Die Bildung der Geschlechtsdrüsen und ihrer Aus- f üh rungsgänge. Die Geschlechtszellen von Xiphidium sind mesodermaler Ab- kunft. Sie entstehen an der Innenseite der Coelomsäckchen und zwar gehen sie aus Zellen derjenigen Wand hervor, welche später zur splanchnischen Mesodermschicht wird. Geschlechtszellen finden sich in dem Baum vom 1. bis zum 6. Abdominalsegment. Das Auftreten der (Teschlechtszellen ist streng metamer. Ein Teil der Genitalzellen tritt in die Ursegmenthöhlen ein. Später bilden die Geschlechtszellen in jeder Körperhälfte einen langen Strang, an dem die metamere Anordnung alsbald verloren geht. Der männliche Geschlechtsausführungsgang (Yas deferens) geht jederseits aus einer strangförmigen Verdickung der si)lanchnischen Mesodermschicht des 6. — 10. Abdominalsegmentes hervor. Vom Coelomsäckchen des 10. Abdominalsegmentes bildet sich ein kleines Divertikel, dessen letztes Ende erweitert ist und auf jeder Körper- seite zur sogen. Terminalampulle wird. Die Terminalampullen liegen in den rudimentären Gliedmassen des 10. Abdominalsegmentes, Wenn später hier die Extremitäten rückgebildet werden, gelangen die nun stark vergrösserten Ampullen ins Körperinnere hinein und zwar ])efinden sie sich dann, sich in der Medianlinie gegenseitig be- rührend, im 9. Abdominalsegment. Zur Zeit des Ausschlüpfens der Embryonen ist eine äussere Öffnung der Vasa deferentia noch nicht vorhanden. Die TerminalampuUen werden später zu den Samen- blasen des erwachsenen Insektes. Die erste Anlage der weiblichen Ausführungsgänge (Ovidukte) ist dieselbe wie l)eim Männchen, nur gehören hier die Terminal- ampullen dem 7. Abdominalsegmente an. Es ist von Interesse, dass beim Weibchen sich jedoch auch im 10. Alidominalsegmente ein ent- 1) Korscheit und Heider, Lehrbuch der vergl. Entwicklungsgeschichte loc. cit. - 90 - sprechendes Ampullenpaar vortindet. -welches allerdings noch während der EmlnTonalzeit wieder rückgebildet wird. Die weitere Entwickeliing der Ampullen des 7. Abdominalsegmentes schliesst sich ganz an das für das Männchen beschriebene Verhalten an. Die beiden Ampullen ver- binden sich später mit einander und münden in die Vagina ein. Aus den Extremitätenpaaren des 8. und 9. Abdominalsegmentes gehen die beiden vorderen Paare von Gonapophysen hervor. Ol) aus dem Extremitätenpaar des 10. Segmentes das 3. Gonapophysen- paar entsteht, konnte noch nicht sicher festgestellt werden, obwohl dies als wahrscheinlich gilt. Die Beobachtungen von Wheeler an Xiphidiitni stimmen in allen wesentlichen Punkten mit den Resultaten überein, welche Heymons ^) an Phyllodromia erhielt. Nur konnte bei dieser Eorm schon das Auftreten von Geschlechtszellen vor der Bildung von C'oelomsäcken nachgewiesen werden. Es war von Nusbaum-j die Behauptung aufgestellt worden, dass beim Männchen die Vasa deferentia, beim Weibchen die Ovidukte mesodermal wären, während im ersteren Falle Samen- blasen, Ductus ejaculatorius und die accessorischen Drüsen, im zweiten Falle Uterus, Vagina und die accessorischen Drüsen ektodermaler Natur seien. Dies wird durch die Untersuchungen von Wheeler nicht bestätigt. Letzterer ist vielmehr der Ansicht, dass auch Samen- blasen und Uterus vom Mesoderm abstammen. Nur Vagina und Ductus ejaculatorius mit ihren Drüsen sind ektodermal und zwar entstehen sie im Gegensatz zu Nusbaum als unpaare Bildungen in der Medianlinie. 2. Allgemeine Betrachtungen über die Geschlechtsorgane der Insekten. Es wird von Wheeler besonders auf die jiu'tamerc Entstehungs- Aveise der (leschlechtszellen bei den Insekten ( Phi/l/odroiiiid, Xi})/'!- dium) Wert gelegt, welche mit der Bildungsweise der Fortptlanzungs- zellen bei Anneliden vollkonnnen übereinstimmt. Hierauf war seiner Zeit schon von Heymons^) hingewiesen worden, und es hat dieser Vergleich auch durch die letzte Arbeit von Graber*) eine weitere 1) Heymons, K., Die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsorgane von Phyllodromia (BlaUa) (jermanica L. In: Zeitschr. f. wiss. Zoolog. 53. Bd. 18!)1. ■^) Nusltaum, J., Über die Entwicklungsgeschichte der Auslührungsgünge der Sexualdriiseu bei den Insekten. Leniberg 1884 (polnisch). 3) Heymons, R. , Die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsorgane etc. loc. cit. 4) Grab er, V., Beiträge zur vergleichenden Embryologie der Insekten. In Denkschr. d. K. Acad. d. Wiss. Wien 1891. - in — Stütze erhalten. Im (ieyi'iisatze liirr/ii stehen aber die neueren Untersuchungen von Heynions, nach welchen die Geschlechtszellen bei Forficula, bei Blattiden und Grylliden nicht segmental auftreten, auch nicht aus der Mesodermschicht hervorgehen, sondern unabhängig von den Keimblättern am hintersten Ende des Embryo zur Anlage kommen. Schon manche \'ersuche sind gemacht worden, die (ieschlechts- ausführungsgänge der Insekten auf modifizierte Nephridien von Anne- liden zurückzuführen. Durch den Nachweis, dass die Terminal- anipullen bei Insekten als Divertikula der Coelomsäckchen entstehen, gewinnt die Frage erneutes Interesse. Allerdings ist hierbei im Auge zu behalten, dass die eigentlichen Geschlechtsausführungsgänge selbst lediglich als strangförmige Verdickungen der Ursegmentwände ohne jeden Hohlraum im Innern angelegt werden. Für den grössten Teil des Ausführungsapparates gilt daher jedenfalls die von Heider ^) ausgesprochene Ansicht, dass die Genitalhöhle der Insekten nicht direkt aus der Ursegmenthöhle hervorgeht. Nur in den Terminal- ampullen soll nachWheeler die Ursegmenthöhle niemals verschwänden. Es liegt nahe, die Entwickelung der Geschlechtsausführungsgänge von Peripatus zum Vergleich heranzuziehen. Hier ist von Wichtigkeit, dass Sedgwick-) die Ausführungsgänge bei P. capensis von ganz ähnlichen Coelomdivertikeln abgeleitet hat. welche Wheeler bei ^ipltidinni beschrieb. Die Ampullen dürften nach Wheeler vom phylogenetischen Standpunkt l)etrachtet wichtige Bildungen darstellen. Sie entsprechen möghcherweise den Endblasen der Nephridien bei Peripatus und bei den Anneliden. Bei Xiphidium und Blatta liegen die Ampullen im weiblichen Geschlecht am hinteren P.nde des siebenten, im männlichen am hinteren Ende des 9. Abdominalsegmentes, während bei beiden Ge- schlechtern ursprünglich Ampullen im 10. Abdominalsegment angelegt v>-erden. Ahnlich liegen die Verhältnisse bei den Ephemeriden. Hier öffnen sich die Ovidukte am hinteren Ende des 7. Abdominal- segmentes, die Vasa deferentia erstrecken sich in die Penes hinein. die am Hinterende des 9. Abdominalsegmentes sich befinden. Die ursprüngliche Endigung der Geschlechtsausführungsgänge in Gliedmassenpaaren, welche sich bei den Embryonen der Orthopteren noch deutlich nachweisen lässt, muss als ein primitives Verhalten betrachtet werden. ^) Heider, K., Die Embryonnlentwicklung des Hydrophilns piccua L. loc. cit. 2) Sedgwick. A. , The development of the Cape Species of Pcrijialus Part 1— VI. In: Quart. .Journ. Micr. Sc. Vol. 2.-)— 28. 1885—1888. — 92 — Die Lage der Gesclilechtsöffnimgen bei den verschiedenen Gruppen der Tracheaten unterliegt grossen Schwankungen. Es ist hierauf wohl kein grosses Gewicht zu legen, indem die Geschlechtsausführungs- gänge sich selbständig bald in diesem, bald in jenem Körpersegment entwickelt haben können und sekundäre Lageverschiebungen durch- aus nicht ausgeschlossen sind. Bezüglich der Auffassung der Gonapophysen war schon erwähnt, dass sie nach W h e e 1 e r aus Gliedmassenpaaren hervorgehen und so- mit nicht als einfache Integumentbildungen zu betrachten sind. D. Der Suboesophagealkörper. Als Suboesophagealkörper wird von Wheeler bei J^iphidium und Blatta ein Komplex von Zellen beschrieben, welcher sich zwischen dem Oesophagus und den Somiten des Mandibularsegmentes befindet. Der Ursprung der Zellen ist noch nicht völlig klar gestellt, sie ent- stehen vermutlich aus dem Mesoderm des Tritocerebralsegmentes, möglicherweise auch aus der Wand des Oesophagus oder aus dem Entoderm. Die Zellen sind von auffallender Grösse und Färbung, sie ver- schmelzen miteinander und es treten in ihnen Vakuolen auf. Auch bei Larven wird der Suboesophagealkörper noch angetroffen. Er befindet sich an den Enden der Sjjeicheldrüsen und ist an Tracheen- stämmen fixiert. Später scheint das Organ zu degenerieren und verschwindet jeden- falls vollständig. Wheeler ist geneigt, in dem Suboesophagealkörper ein eml)ry- onales oder larvales Organ zu erblicken, welches möglicherweise der grünen Drüse bei Crustaceen homolog ist. Referate und neue Litteratur. Geschichte und Litteratur. Bordase. E., Paul Henri Fischer. |()liiliiary Notico.| In: Naturo , Vol. 49. No. 1265. p. 29(). Allgemeine Methodik und Technik. Zacharias, <)., Eine neue Fiirl)ungsnietho(le. In: ZooIoü;. Anz. No. 440. p. 62— 63. Wissenschaftliche Anstalten und Unterricht. Report of The Danisli lJi<»l<»;iii(al Station to The Home Department. 111. 1892. By C. G. Petersen. Rcprinted from Fiskeri-Beretningor for 1892—93. s. 1. 1893. 8i). 38 p., 1 map., h tables. — 93 — Forschungsberichte aus der Biologischen Station zu Plön. Herausgeg. von 0. Zacharias. Teil 11. Berlin (R. Friedländer & Sohn). 1894. 7. u. 155 p. (2 Taf., 1 Karte, 12 Abbild, u. 2 Tabellen.) - M. 7.—. Arbeiten aus dem zootomisehen Laboratorium der Universität Warschau, herausgeg. von P. J. Mitrophanow. (Russisch.) AVarschau. Jahrg. III. 1894. (Lieferg. 9-12.) — M. 6.—. Lehr- und Handbücher. Sammelwerke. Vermischtes. Nicholson , H. A. . Text-book of Zoology for Junior students. 5. ed. re-written and enlarged. London and Edinburgh, (Blackwood & Son), 1894. 8f. 574 p. 10 s. 6 d. Ziegler, H. E.. Die Naturwissenschaft und die sozialdemokratische Theorie, ihr Verhältnis dargelegt auf Grund der Werke von Darwin und ßebel. VI. u. 252 p. Stuttgart (F. Enke) 1894. — M. 4.—. Zeitschriften. Bulletin de la Societe Beige de Microscopie. 20. Ann(5e. 1893—1894. No. I II. et II. Bruxelles. A. Manceaux, 1893. (22. Janv. 1894.) 8o. 82 p., 5 pls. Zoologische Abhandlungen. August Weis mann zu seinem sechzigsten Ge- burtstage 17. Januar 1894 gewidmet von C. Apstein, H. Blanc, 0. Bürger, F. Da hl, A. Fritze, A. Gruber, V. Hacker, H. Henking, C. Ishi- kawa, E. Korscheit, 0. vom Rath, H. E. Ziegler und von der Natur- forsch. Gesellschaft in Freiburg i/B. 8". Freiburg i/B., J. C. B. Mohr. VII, 209 p. Mit 6 Tafeln und 14 Abbildungen im Text. (Bd. VIII. der Berichte d. Naturforsch. Gesellsch. z. Freiburg i/B.) — M. 12. — . Revue Suisse de Zoologie et Anuales du Musee d'Histoire Naturelle de Geneve publ. sous la dir. de Maur. Bedot. T. 1. Fase. 3. et dernier. (Avec 6 pls.) Geneve, (impr. Aubert-Schuchardt), 1893. 30. dec. 8o. (tit., pref., table, p. 319—500, 1 p. Err., 6 f. explan.) Nova Acta Academiae Caesareae Leopoldino-Carolinae Gerraanicae Natiirae Curiosorum. Verhandlungen der kais. Leopoldinisch-Carolinischen Deutschen Akademie der Naturforscher. 60. Bd. Mit 23 Taf. Halle, 1894. Leipzig. (W. Engelmann in Komm.) 4o. — M. 45. — . The Quarterly Journal of ^licroscopical Science. Ed. by E. Ray Lankester, witli the Cooperation of A. Sedgwick, A. Milnes Mars hall, and W. F. R. Weldon. Vol. 35. P. 3. London, Churchill, 1894. Jan. 8o. p. 335—480, 10 pls. Zellen- und Gewebelehre; vergleichende Morphologie, Physiologie und Biologie. Herbst, C, Experimentelle Untersuchungen über den P^in- fluss der veränderten chemischen Zusammensetzung des umgebenden Mediums auf die Entwickelung der Tiere. I. Teil. Versuche an Seeigeleiern. — In: Zeitschr. f. wiss. ZooL, Bd. 55, 1893. pag. 446—518, Taf. XIX und XX. Bereits durch Pouche t und Chabry wurde die Thatsache fest- gestellt, dass Änderungen in der stofflichen Zusammensetzung des Meerwassers die Entwickelung der Echinideneier in bestimmter Weise beeinflussen. Schon die Reduktion des Meerwassers um Vio seines — 94 — normalen Kalkgehaltes bewirkt nach den genannten Forschern eine merkliche Beeinträchtigung der Skeletbildung in den jungen Echi- nidenlarven und es unterbleibt die Ausbildung der charakteristischen Fortsätze der Plutei. Bei stärkerer Eeduktion des Kalkgehaltes des Meerwassers werden gar keine Skeletteile mehr gebildet und es bleibt schliesslich die Entwickelung auf dem Gastrulastadium stehen. An diese Ermittelungen knüpfen die Versuche t\ Herbst 's an. Als üntersuchungsobjekte dienten ihm die Eier von Echinus micro- tiiherctilatHS, Spliaerechiniis graniäaris und Strongyloceutrotus liridus. Die Befruchtung der Eier wurde, um Polyspermie zu verhindern, immer in normalem Seewasser vorgenommen. Neben den Yersuchs- kulturen wurden zum Vergleiche stets unter den natürlichen Be- dingungen sich entwickelnde Kontrolculturen gehalten. C. Herbst ersetzte zunächst 5 — 12°/o einer bestimmten Menge Meerwassers mit einer 3,7 °/o (= dem mittleren Salzgehalt des Wassers im Mittelmeer) KCl-Lösung. Die Entwickelung der in solche Mischungen versetzten Echinideneier — die drei Species verhielten sich in der Hauptsache gleich — erfolgte im Anfang normal, weiterhin aber ver- zögerte sich die Bildung der Kalknadeln, das Kalkgerüste wurde anormal angelegt und nicht weiter ausgebildet. Während die innere Organisation derjenigen normaler Plutei entsprach, unterbHeb im Zusammenhang mit der stark reduzierten Skeletbildung die Ent- wickelung der Fortsätze, so dass die Gestalt solcher „Kaliumlarven" abgerundet und gedrungen erscheint („Kaliumgestalt"). Entsprechende Lösungen von BrK, JK, KNOg, K2SO4, RbCl, CsCl, NaJ u. and. lieferten die gleichen Befunde, d. h. mehr oder weniger tyi)ische Kaliumlarven. Dabei zeigte sich, dass die Aus- prägung der Kaliumgestalt parallel der Reduktion des Skelets eriolgt, je geringere Skeletbildung also, desto charakteristischere Kaliinu- larven. Die innere Organisation entsprach auc-h in diesen Fällen den normalen Verhältnissen. Aus Eiern von Ecldnns microiuhpyciihduft, welche in Mischungen von 4 oder 9 Teilen Seewasser mit 1 Teil ^"/o KCl-Lösung gebraclit woi'don "waren, erhielt ('. Herbst im Friilijahr 1S91 in Triest Larven mit knoptigem Wim[)erscliopf von sehr vei'schiedener Form, dessen Haare statt der normalen langen und unbeweglichen kleine, lebhaft schla- gende Cilien darstellten. Derartige Larven kamen niemals über das Gastrulastadium hinaus. Später, im Winter 1891/92 in Neapel und im Frühjahr 1H92 wieder in Triest gelang es C. Herbst nicht mehr, clit'se Larven zu züchten, worüber sich der Verfasser mit der An- nahme bescheidet, dass diese Verschiedenheit auf Tem[)eratur- diff'eren/en des Meerwassers, in welchem die iMer hei'anircreift waren. — 95 — herulie; damit soll auch die weitere Erfiihi'ung übereinstimnieii, dass die Eier der in Rede stehenden Seeigehirt im Frühjahr 1892 in Triest dem KCl gegenüber weit weniger widerstandsfähig sich erwiesen als im Frühjahr 1891 am selben Ort. Weitere Experimente hat C. Herbst mit Lithium salzen an- gestellt. Zur Verwendung kamen LiCl, LiBr, Li.) , das Nitrat und Sulfat. Alle diese Lithiumverbindungen bewirkten die gleichen morpho- logischen Veränderungen an den sich entwickelnden Echinideneiern, nur hinsichtlich der Wirkungsstärke boten sie Differenzen dai". Die drei Versuchsobjekte verhielten sich wieder im wesentlichen gleich. Die Abweichungen von der normalen Entwickelung sind folgende: Von dem noch normal gebildeten Blastulastadium ab tritt eine be- deutende Längsstreckung der Larve ein, mit welcher eine durch eine quere Einschnürung bedingte Teilung des Larvenkörpers in zwei, in ihrer Grösse wechselnde blasige Abschnitte einhergeht, von welchen der eine, obere, bei der Bewegung nach vorn gerichtete dünnwandig, der andere aber dickwandig erscheint. Zwischen diesen beiden Teilen bildet sich ein Verbindungsstück aus, welches nach Form, Grösse und Wanddicke sehr verschiedenartige Befunde gewährt. In der Regel unterl)leibt die Bildung von Skeletteilen; werden solche dennoch produziert, so sind sie rudimentär und auf den dünnwandigen Ab- schnitt beschränkt. Damit sind die wesentlichen Charaktere der L i t h i u m 1 a r v en bezeichnet. Zu ihrer Ausbildung bedarf es im Durch- schnitt 10 Tage, dann sterben sie bald ab, trotzdem sie bis dahin ein vollkommen gesundes Aussehen bewahren. Bemerkenswert ist, dass die Abänderung der normalen Entwickelung in der Richtung der Lithiumlarven in beliebigem Grade hervorgerufen werden kann, je nachdem man verschiedene Mengen der betreffenden Lithiundösung verwendet. Dabei konnte C. Herbst konstatieren, dass der dünn- wandige Abschnitt mit zunehmendem Lithiumgehalt immer kleiner und schlies.slich überhaupt nicht mehr gebildet wurde. Mit Rücksicht auf gewisse Beobachtungen bei seinen Kultur- versuchen gelangte C. Herbst zu der Vorstellung, dass der dünn- wandige Abschnitt der Lithiumlarven der Gastrulawand, die dick- wandige Blase dem nach Aussen verlagerten Urdarm und das Ver- bindungsstück dem Enddarm der Pluteuslarven entspreche. Es wurde schon erwähnt, dass die Lithiumsalze in verschiedenem Grade die Entwickelung der Echinideneier abändern. Ordnet man die Lithiumverlnndungen nach ihrer Wirkungsstärke al)fallend an so ergiebt sich die folgende Reihe: LiCl, LiNOg, LiBr und LiJ. Diese Aufeinanderfolge der einbasischen Salze des Lithium ist ge- rade derjenigen der Molekulargewichte dieser Verbindungen entgegen- — 96 — gesetzt. Dasselbe Verhältnis zwischen Wirkungsstärke und Molekular- gewicht lässt sich auch für die Kalium- und Natriumsalze nach- weisen. Die Sulfate der drei Metalle folgen aber dieser Gesetzmässig- keit nicht, so dass die gegebene Aufstellung einer Einschränkung bedarf: Die Wirkungsstärke nimmt bei Salzen einbasischer Säuren von ein und demselben Metall mit steigendem Mole- kulargewicht ab. Zur Erklärung seiner experimentellen Befunde zieht C. Herbst das Wasseranziehungsvermögen der gebrauchten Salze heran , den osmotischen Druck , welchen dieselben in ihren Lösungen ausüben und kommt zu dem Schlüsse, ,,dass der normale Ablauf der Ontogenie von dem Verhältnisse des osmotischen Druckes innerhalb und ausser- halb des Larvenkörpers abhängig ist". F. von Wagner (Strassburg i. E.). Kuutli, P., Über blütenbiologische Beoliachtungen. Li: Heimat. Hamburg. HL 1893. Heft 5 und 6. — Sep. Kiel (A. F. Jensen) 1893. 8«. 7 Fig. 22 p. Kurze Zusammenfassung alles Wissenswerten auf diesem Gebiete in populär-wissenschaftlichem Kleide. K. W. von Dalla Torre (Innsbruck). Kiiutli, P., Biologische Beobachtungen auf der Insel Capri. In: Bot. Jaarboek Dodonaea V. 1893. p. 3—31; Taf. I (holländ. und deutsch). Verfasser beobachtete daselbst 43 blütenbesuchende Insektenarten (früher waren deren nur 10 bekannt). Im übrigen ist der Aufsatz vorherrschend botanisch interessant. K. W. v o n Dali a T o r r e (Innsbruck). Hierher auch das Ref. über: Brauer, Zur Keiintniss der Spermatogenese von Ascarifi megalocephala. Vgl. S. 104. Meves, F., Über eine Art der Entstehung ringförmiger Kerne und die bei ilinen zu beobachtenden Gestalten und Lagen der Attraktionssphären. Mit 1 Taf. Tnaug.-Diss. Kiel; Leipzig, (G. Fock), 1894. So. 22 p. — M. 1.20. Rolide, K.. Apäthy als Reformator der Muskel- und Nervenlehre. [2 V\g.) In: Zoolog. Anz. XVll. Jahrg. 1S94. No. 4B9. p. .S8-47. Rossi, IT., Contributo allo studio della struttura, della maturazione e della distru- zione delle uova degli Anfibi. (Salamandrina perspicillata e Geotrilon Juscus). Nota riassuntiva. In: Monit. Zoolog. Ital. V. Anno. No. 1. p. 13 — 23. Fredericq, L., L'autotomie ou la rautilation active dans le regne animal. In: Bull. Aead. R. Belg. (3.) T. 20. No. 12. p. 758—774. Zacliarias. <).. Die mikro.skopische Organismenwelt des Süsswassers in ihrer Beziehung zur Ernährung der Fische. Nebst einigen aiuleren wissenschaftl. Mitteilungen. S". Berlin, (R. Friedländer i^- Sohn). 33 S. (Aus: „.Tahresber. d. Central-Fischerei-Vereins f. Schleswig-Holstein.") 1H92/93. — M. 1.—. — 97 — Descendenzlehre. Qiiati'efa^es . A., de, Les Emules de Darwin. Precede d'une pret'ace par M. Edmond Perrier, et d'une notice sur la vie et les travaux de M. de Quatre- fages par M. E. T. Hamy. T. 1. Paris, (F. Alcan), 1894. 8^. CXL, 155 p. (Biblioth. scientif. internat. publ. sous la dir. de E. Alglave, LXXVII.) 6 Pres. Faunistik. Tiergeographie. Parasitenkunde. Dalli. F.. Die Tierwelt Schleswig -Holsteins. I. Reptilien. In: Die Heimat. Monatsschr. d. Vereins zur Pflege d. Natur- u. Landeskunde in Schleswig- Holstein, Hamburg und Lübeck. 4. Jahrg. No. 1—2. Jan.-Febr. 1894. 4 Fig. im Text. 8 p. Zacharias, O., Forschungsergebnisse am Grossen Plöner See. In: Zoolog. Anz. XVIL Jahrg. 1894. No. 439. p. 33-35. Petersen, C. G., The conditions of the bottom, and the vegetable and animal lifo at Faen0. In: Rep. Dan. Biol. Stat. III. p. 27—80. Petersen. V. (i. The Pelagic Life in FaeniT Sound. In: Rep. Dan. Biol. Stat. 111. p. 1—11. Apstein. C, Vergleich der Planktonproduktion in verschiedenen holsteinischen Seen. Mit 2 Tabellen. In: Ber. Naturf. Ges. Freiburg i. B. 8. Bd. (Festschr. f. Weismann.) p. 70—88. France, R. H., Zur Biologie des Planktons. In: Biol. Centralbl. 14. Bd. No. 2. p. 33—38. Hickson. S. .T.. The Fauna of the Deep-Sea. London 1894. Iß and 199 p. (1 plate and 22 illustr.) M. 2.80. A List of a number of Invertebrates from the Seas around Faeno. In: Rep. Dan. Biol. Stat. III. p. 32—85. Lenekart , R. , Die Parasiten des Menschen und die von ihnen herrührenden Krankheiten 2. völlig umgearbeitete Auflage. Bd. I. Lieferg. 5. Leipzig, C. F. Winter. 1894. p. 441—736, mit 118 Holzschnitten. M. 9.—. Protozoa. iiv]m\uluui,¥., Myxotheca arenilega nov. gen. nov. spec, ein neuer mariner Ilhizopode. In: Zeitschrift für AvissenschafÜiche Zoo- logie Bd. LVII, 1893. p. 18—31. Schaudinn hat uns durch Auffindung und Beschreibung seiner Myrotheca arenilega mit einem sehr interessanten Bhizojjoden ver- traut gemacht. Es handelt sicli augenscheinlich um eine Form, welche sich im Übergangsstadium von einem unbeschalten Klii- zopoden zu einem schalentragenden befindet. Wahrend der Weichkörper (0,16 - 0,56 mm) manchmal nur von einer nackten gallertigen Hülle umge])en wird, die keinerlei Autlagerungen enthält, und so weich ist, dass sie allenthalben von den langen, spitzen, netzh'irinigen Pseudopodien durchl)roclien werden kann, um nach Ein- ziehung der Pseudopodien wieder zu einer zusammenhängenden Schicht zusammenzulliessen, bleiben in anderen Fällen zahlreiche Fremdkörper aller Art auf der Aussentläche der Hülle bangen, jedocb manchmal Zoolog. Centralbl. I. Jahrg. 8 — VIS — nur so locker, dass sie bei der geringsten, störenden Bewegung ab- fallen. Von diesem einfachsten Zustande einer sehr vergänglichen Schutzbildung können sämtliche Übergänge l)is zu einer vollständigen, monaxonen Sandschale verfolgt werden, die nicht mehr wie die nackte Gallerthülle den (irestaltveränderungen der Sarcode zu folgen vermag. Die starkglänzende Gallerthülle, die eine hellgelbe Farbe trägt, ist vollständig homogen und sowohl gegen das Wasser, wie gegen das Protoplasma sehr scharf abgegrenzt. Ihr homogenes Aussehen verliert sie auch nach Konservierung mit Alkohol absolutus, Sul)limat oder Osmiumsäure nicht. Schwache und konzentrierte Essigsäure, ver- dünnte Schwefelsäure und Kalilauge brachten keinerlei Wirkungen hervor, dagegen löste sich die Substanz in konzentrierter Schwefel- säure, woraus Schau dinn auf eine dem Chitin nahe stehende Sub- stanz schliesst, die aber reichlich mit Eiweissstoffen durchtränkt zu sein scheine wegen der w^eichen Konsistenz im Leben und der leichten Färbbarkeit mit Hämatoxylin und Safranin '). Nach starker Hämatoxylinfärbung Hess sich eine unregelmässige lamellöse Schichtung der Hülle erkennen, von der Seh au dinn nicht sicher entscheiden konnte, ob sie auf eine periodische Abscheidung zurückgeführt werden darf. Ein äusserst feinkörniges Pigment, das im ganzen Plasma des Tieres verteilt liegt, aber in der Aussenzone des Weichkörpers, wenigstens an konservierten Tieren, am dichtesten gefunden wird, verleiht den meisten Tieren eine wundervolle, dem pompejanischen Rot sehr nahestehende Farbe. Bei zwei Exemplaren fehlte dieses Pigment, das durch längere Behandlung mit Alk. absol. aufge- löst wird. Eine Sonderung von Ekto- und EntojjJasma ist nicht wahrzu- nehmen; das ganze Plasma ist im Leben vielmelir gnnz gU'ichuiässig mit stark glänzenden Körnchen erfüllt. Auf dünnen Schnitten durch konservierte Exemplare zeigt sich bei Anwendung starker Vergriisserungen ein deutliches (ierüst, in dessen Maschen-Flcken sich kleine stärker lichtbrechende Körnchen finden. In den Maschenräumen selbst liegen einmal meist grössere, kugelige oder unregelmässigc stark glänzende Körper, die wegen ihrer Schwärzung nach Behandlung mit Osmiumsäure wohl fettähn- liche Reservestoife sein mögen; ausserdem a])er noch ungefärl)t ge- 1) Referent ist durcli Erfahrungen an der ebenfalls sandsclialigen Thala- mophore Saccavimina sphaerica M. Sars, die in gleicher Weise durch den Besitz einer, den Weichkörper umgebenden Gallerthülle, ausgezeichnet ist, zu der An- schauung geführt worden, dass es sich liier um einen den Hornsubstanzen nahe stehenden Stoff handelt. — 99 — l)liebenc\ schwarz kontririertc kiigcl- (idcr stal)chonföri>iige (iebilde, vielleiclit Kxkretkörnclien im Sinne B ü t s c li 1 i ' s (B ü t s c h 1 i ,,Pro- tozoa"' [)ag. 103). Nahrungskörper fanden sich nur in geringer Zahl, stets von einer Nahrungsvakuole umgeben, innerhalb der Sarkode; nur kleinere (iebilde werden in die Sarkode aufgenommen, während grössere Nahr- ungsstücke, z. B. gelegentlich Copepoden, ausserhall) der Gallerthülle von zusammenfliessenden Pseudopodien verdaut werden. Die Haupt- nahrung besteht in einzelligen Algen und SchAvärmsporen höherer Algen. Kontraktile und grössere Flüssigkeitsvakuolen wurden nicht auf- gefunden, nur der Kern lag stets in einer mit Flüssigkeit erfüllten Vakuole. Die ausserordentlich langen Pseudopodien (4 — 5 cm; 80 — 100 mal so lang als der Durchmesser des Tieres) zeigen eine lebhafte Körnehenströmung ; ausserdem erweckten sie den Eindruck, als ob sie sich in den WeichkiJrper hinein fortsetzten, was vielleicht auf eine zähe Beschaffenheit ihres axialen Plasmas schliessen lässt. Mit einer solchen Beschaffenheit könnte auch die Art ihres gelegentlichen Ein- gezogenwerdens unter spiraligen Windungen in Einklang geliracht werden, da eine solche Erscheinung ohne Annahme eines inneren, kontraktilen Achsenfadens unerklärlich wäre ^). Die Lokomotion erfolgt hauptsächlich durch die Pseudopodien ; I)ei intensiver Bewegung (in ca. 2 Stunden ein Weg von 10 cm be- ol)achtet) wurden an zwei entgegengesetzten Seiten des Tieres zwei sehr grosse Pseudopodienbüschel ausgeschickt, die zusammen eine gerade Linie Inldeten und auf welchen das Tier wie über ein Seil hinglitt. Wurde das Acpiarium auf einer Seite verdunkelt, so wanderten nach einiger Zeit alle Tiere nach der anderen, dem Lichte zugekehrten Seite des Aquariums hin. Myxotheca ist also positiv heliotropisch. Der Kern (in der Regel mit der Grösse des Tieres in gleichem Verhältnisse schwankend, 33 — 75,9 j-i) l)esteht aus drei konzentrischen Schichten. Die äusserste derselben ist stark glänzend, doppelt kon- turiert, vollständig homogen und unfärbbar in allen angewandten Farbstoffen. Trotz ihrer Dicke (2—4,7 f.i) ist sie wohl als Kern- membran aufzufassen. Die nächste, dickere Schicht (6,5- 21,7 /< je nach der Grösse des Kerns) besteht wohl hauptsächlich aus Chromatin, da sie sich mit allen Kernfärbemitteln intensiv fär.bt. Sie Ijesteht 1) Eine älinliclie Vermutung, die Schaudinn nicht kannte, ist schon von B ü t s c h 1 i ausgesprochen worden. Vgl. B ü t s c h 1 i : „ Untersuchungen über mikro- skopische Schäume und das Protoplasma". Leipzig 1892 p. 68. Dort auch die- selbe Vermutung von Max Schnitze angeführt. — 100 — aus einer Grundmasse, die etwas stärker lichtbrechend ist als die innerste, dritte Centralschicht des Kernes, und Chromatinkörnchen von verschiedener Grösse (von der Grösse des Wahrnehmbaren bis 1,52 f.i) und meist hügliger Gestalt. Die innerste Kernschicht (Durch- messer 21,7 — 28 fi) enthält nur wenige grössere und stärker licht- brechende Kügelchen, sonst erscheint sie bei schwacher Vergrösserung fein granuliert, sie bleibt vollständig ungefärbt. Starke Yergrösse- rungen zeigen, dass die feinen Körnchen, die das Bild granuliert er- scheinen Hessen, durch äusserst zarte Fäden zu einem Netzwerk ver- bunden sind. Die stark lichtbrechenden Kügelchen, vielleicht Nu- cleolen, finden sich häufig in Gruppen von drei und vier zusammen- gelagert. Bei zwei Kernen hatte sich unter viel lockerer Anordnung des Chromatins die Chromatinschicht auf Kosten der Centralschicht ver- grössert ; gleichzeitig hatten sich die Chromatinkörper an vielen Stellen zu unregelmässigen Balken und Fäden zusammengelegt, die oft noch die Zusammensetzung aus hügligen Körpern erkennen Hessen. Es liegt hier wohl der Anfang zur Bildung eines zusammenhängenden Gerüstes vor. Das Netzwerk der Centralschicht ist in denselben Kernen grobmaschiger, die nucleolenartigen Körper sind dagegen sehr klein. Ob diese Umwandlung des Kerns durch P'lüssigkeitsaufnahme zu Stande kam, konnte nicht festgestellt werden. iMnmal konnte eine Teilung eines Kerns durch Durchschnürung festgestellt werden, worauf späterhin eine Teilung des ganzen Tieres wahrscheinlich wurde, ohne dass jedoch der Teilungsvorgang selbst beobachtet werden konnte. Ein Kern in Bisquitform wurde in einem Präparate aufgefunden. In systematischer Hinsicht ist Myxotheca von den heute lebenden Foraminiferen die ursi)rünglichste und sie oder eine verwandte Form hat vielleicht der ganzen Gruppe der Astrorh iziden als AusgangS2Junkt gedient. In einer Nachschrift zu seiner Arbeit sjjricht Schaudinn die Vermutung aus, dass Myxotheca bloss einen Jugendzustand einer Sand- foraminifere darstelle. Referent teilt diese Ansicht vollkommen. Dies thut aber der Bedeutung der Myxotheca als Übergangsform eines ursprünglich nackthülligen Rhizopoden in eine schalentragende Form keinerlei Abbruch. L. Ühumblcr ((iöttingen). Schaudinn, F., Über die systenialisclie Stellung und Fortpflanzung von Hyalopus n. g. (Gromia dujardinii Schultze.) In: Sitz.-Ber. Gesellsch. naturforscli. Freunde. Berlin, Jahrg. 1894. p. 14—22. 101 Schaiidinii , F.. J)io Fortpflanzung der Foraminiferen und eine neue Art der Kornvermelirung. Vorl. Mitteilung. In: Biolog. Centralhl. Bd. XIV. No. 4. p. 1()1— 166. Loviiuder. K. M., Beiträge zur Kenntnis einiger Ciliaten. (3 Tat.) 87 p. Akadeni. Abhandl. Hclsingfors 1894. Spongia. Leiideufeld, R. von, Tctranthella, eine neue Litlüstide. In: Zooloj Jahrg. No. 440. p. 49—51. Anz. XVII. Coelenterata. V. Koch, (i., Di i, \n., j^^ie ungesclil ecli 1 1 iclie Vernie liriing (Knosp iing und Stockbildung) \ on 3Iadrej)ora. — In: Abli. d. Nürnberger Naturhist. Gesellschaft. 1893. 1 Tafel und 3 Zinkätzungen. Der Autor giebt eine Schilderung der Knospenbildung mit beson- derer Betonung des Skelets, wobei ihm die Arten M. ecJndnaea und sur- cnlosa in erster Reihe als Untersuchungsobjekte dienen. Die Knospen- skelete entstehen aus Fortsätzen der Kippen des Mutterkelchs in folgender Weise. Diese Fortsätze erheben sich erst als stumpfe Drei- ecke über den Rippenrand, dann bilden sich zwischen ihnen dünne Yerbindungsbrücken, die ersten Anlagen einer Mauer (VIII c). Die spätere Schwalbennest - ähnliche Form der Knospe konmit dadurch zu stände, dass nur die beiden äusseren Rippenfortsätze gleich- massig weiterwachsen , während die inneren mit dem dem Mutter- kelch zugewandten Teil im Wachs- tum zurückbleiben (YII, c). Die weitere Ausbildung der Knospen wird durch Einschiebung neuer Verbindungsstücke undYerdickung dieser erreicht. Von den Septen sind die zwei grössten (Haupt- septen)direkte Fortsetzungenein er Rippe des Mutterpolypen (VII b), die übrigen sind teils el)enfalls direkte Fortsetzungen von Rippen, teils entstehen sie auf diesen als Neubildungen (senkrecht zu deren Längsrichtung). Bei älteren Knospen vermehren sich die Ri})pen durch Spaltung. Die Mauer verdoppelt sich durch Anlage neuer Querstücke. Die Knospen werden in einer Spirale angelegt, welche bei M. echidnaea einfach bleibt. Bei 31. surculosa schieben sicli 4 Querschliffo aus einer Serie von M. echidnaea, mit Zahlen sind die Septen des ersten Cyclus, mit Buchstaben dio Knospen bezeichnet. — 102 — zwischen die älteren Knospen jüngere ein, welche aber zu jenen in dem gleichen Verhältnisse stehen wie Knospe zu Centralpolyp. Für die beschriebene Art der Knospung wird die Bezeichnung Costa- knospung eingeführt und charakterisiert: die jungen Kelche ent- wickeln sich ausserlialb der Mu 1 1 er k eiche und zwar gehen so- wohl Septen als Mauern aus den Rippen der letzteren hervor. G. von Koch (Darmstadt). Fowler, CI. H.. Oclineon Lindahli (W. B. Carpenter): an Undcscribed Anthozuou üf Novcl Striicturc. Witli 2 pls. In : Quart. Journ. Micr. Sc. Vol. 85. P. 3. p. 461-48U. Echinodermata. (irieg, James A., Ophiuroidea. In: Den Norske Nordhavs-Expedition 1876-1878; XXII. Christiania 1893. 41 p. Fol. mit 3 Tat', und 1 Karte. Durch Grieg's Bearl)eitung der Ophiuroideen werden die Ver- öffentlichungen der in den Jahren 1876 - 1878 stattgefundenen nor- wegischen Nordmeer-Expedition, soweit sie sich auf Echinodermen beziehen, zum Abschlüsse gebracht, nachdem die Holothurien (bear- beitet von Danielssen und Koren) im Jahre 1882, die Asteroideen (von denselben Verfassern) 1884 und die Crinoideen und Echinoideen (bearbeitet von Danielssen allein) 1892 erschienen sind. — Der Bericht Grieg's führt 14 Arten und 1 Varietät auf, die sich auf 13 Gattungen verteilen. Darunter sind zwei neue Formen: Opliio- pleiira horealis und Gor. Fase. p. 329 -357. — 111 — Jenniiigs, H. S.. Rotifers related to Euchlavis lynceuit, Ehbg. In: Zoolog. Anz. XVII. Jhg. No. 440. p. 55-56. IJlU'lianau, F., A Polynoid witli Branchiae [Eiipolyodontes Cornishii). With 1 pl. In: Quart. Journ. Micr. Sc. Vol. 35. P. 3. p. 438—450. Beiiliam. W. B.. Notes on the Clitelluni of the Eartliworm. A criticism. In : Zoolog. Anz. XVII. Jhg. No. 440. p. 53—55. Arthropoda. Ci'iistacea. Claus, C, Neue Beol)achtungen über die Organisation und Entwicklung von Cydops. Ein Beitrag zur Sy- stematik der Cyclopiden. In: Arb. Zool. Inst. Wien, T. 10, p. 283. 1893. Es werden zunächst die Resultate gegeben, welche ein erneutes Studium der 5 Pmtwickelungsstadien der Cyclopidreilie von Cyclops ergeben haben. Beim ersten Stadium zeigt sich die Anlage eines Neben- astes der Hinterfühlcr (Fig. Ib), von welcher beim ausgebildeten Tier nur eine Borste vorhanden ist (Fig. la). Ebenso ist an den Mandibeln die Anlage eines zweiästigen Tasters vorhanden (Fig. 2b), von dem ebenfalls nur eine kleine Warze mit Borsten l)lei])t (Fig. 2a). Beide Teile sind bei den Calaniden wohl ausgebildet (Fig. Ic und 2 c). Das dritte und vierte Fusspaar treten zuerst als borstentragende Wülste auf, genau so, wie die ersten Beinpaare beim Metanauplius. — 112 — Im dritten Stadium tritt die Anlage eines sechsten Fiisspaares auf, ebenso, wie die Anlage des 5. Fusspaares im zweiten Stadium. Es entwickeln sicli aus dieser 6. Anlage die Genitalklappen. Einige Arten bleuten in dem 4. Stadium stehen, in welchem das 5. Bein- paar noch nicht vollkommen zur Ausbildung gelangt ist und die Gliederung der Ruderfussäste noch nicht vollendet ist. Sie werden als Gattung Microcydops den andern gegenüber gestellt. Es wird dann das Integument mit seinen Anhängen besprochen. Hyaline Säume an den Fühlern etc., welche Reihen von Wimpern gleich- wertig sind, sind nicht als sensibel in Anspruch zu nehmen, wie dies geschehen ist. An der Furca ist die laterale Randborste dornförmig ausgebildet, genau so, wie bei den beiden ersten cycloi)iden Ent- wickelungsstadien der Calaniden. Die Furcalborsten können nicht eingezogen werden, wie frühere Autoren wollen. Es handelte sich um Reste der Matricalschläuche nach der Häutung. In Betreff der Drüsenanhänge am Genitalapparat steht Cydops den Calaniden gegenüber. Die Kittmasse für die Eiersäcke wird nicht, wie dort, im Eileiter geliefert, sondern im Receptaculum seminis. Die Drüsen im Endabschnitt des Eileiters, welche auch hier vorhanden sind, dienen vielleicht zur Bildung der Eihülle. Eine gelbe Masse im Rece])ta- culum ist schon bei jungfräulichen Tieren vorhanden, später voll- kommen vom Sperma getrennt und wird bei der Eiablage entleert, wie dies besonders bei nur einseitiger Bildung eines Eiersacks deutlich ist. — Die verschiedene Gliederzahl der Antennen wird auf Cyclopid- stadien anderer Arten mit grösserer Gliederzahl zurückgeführt. Die geringere Gliederzahl entsteht also dadurch, dass die Teilung mancher Glieder unterbleibt. Am merkwürdigsten ist es, dass bei einer Brack- wasserform C . aeqnoreus die Teilung am zweiten Antennengliede des Metanauplius, die sonst immer schon im ersten ('yclo])idstadium er- folgt, unter])leibt. Die blassen Antennenanhänge, von welchen manche nur an den (Jreifantennen der Männchen voi-kommen, werden sämtlich jjliysiolo- gisch gleichgestellt und als Organe eines ,, Übergangsinnes" gedeutet. Sie werden als ,, Spürschläuche" bezeichnet. Morphologisch lassen sich die Spürcylinder mit blasser Strahlenkrone von den Spürkolben und Spürfäden, l)lassen Kolben oder Fäden mit fester Basis unter- scheiden. Bei der Untersuchung der stets ITgliedrigen männlichen (ireif- antennen zeigt sich, dass sich die (Jrundglieder weiter teilen als beim Weibchen, während die Endglieder teilweise vereinigt bleiben. Man kommt dadurch auf eine Antennengrundform von 21 (iliedei'u. Folgendes Sclieiua zeigt wie die (iliedei' einander entsj)i'eclien : - 113 — Greifantenne 1, 2, 3^^, 7^8^, 10, Jl, 12, 13, 14 , 15, ^6^ 17 5.Cyclopidstad.(J')l,2, 3, J^ 5, 6, 7, U^,10 5.Cyclopidstad.(9)l, 2, J^ 4,5, 6, 1, ^^_^ 9,10,11 Weibl. Antenne 1,2, 3, 4^ J^6, _7^ 8, 9, J_0,Jj, 124344, 1546,17 Greifantenne 1,2, 3,4^5,6, 7,8,9, 10,11, 12,13, 14^ 15, 16, 17 Zu einem gleichen Ilesultat war schon vorher Mräzek gekom- men, der die Antennen von Hermaphroditen untersuchte. Wenn diese Thatsachen auf eine ursprünglich grössere Glieder- zahl der Antennen hindeuten, so giebt uns die Cyclopiden-Gattung ThoreUia ein solches Beispiel mit 21 Gliedern. Da ferner die Genikulation der Greifantennen genau an derselben Stelle liegt, wie bei den Calaniden, da auch bei den Calaniden eine geringere Glieder- zahl der Antennen und zwei Eiersäcke (SchmacJierioJ vorkommen können, da endlich, wie anfangs angegeben, die Hinterantennen und Mandibeln zuerst denen der Calaniden ähnlich sind, so würde sich die Familie der Cyclopiden auf calanidenartige Tiere zurückführen lassen. — Nach einigen Nomenklaturerörterungen wird schliesslich eine systematische Übersicht der Ct/clops- Arten gegeben. Zu dieser Übersicht ist nur berichtigend hinzuzufügen, dass die Brackwasser- form C . aequorens allerdings aus Deutschland und zwar von Neu- stadt in Holstein bekannt ist. F. Dahl (Kiel). Samassa, P., Die Keimblätterbildung bei den Cladoceren. I— II. In: Arch. f. mikr. Anat. Bd. 41. 1893. p. 339 ft\ und p. 650 tf. Grobbeil, C, Einige Bemerkungen zu Dr. P. Samassa's Publi- kation über die Entwicklung der Moina rectirostris. In: Arch. f. mikr. Anat. Bd. 42. 1893. p. 213 ff. Samassa hat die früheren Entwickelungsstadien von Moina rectirostris , DapJmeUa hrachyura und Daphnia hyalina untersucht und behandelt in dem ersten Teil seiner Arbeit die Keimblätter- bildung von Moina, im zweiten Teil diejenige der beiden anderen Gattungen. Der Hauptinhalt des ersten Teils ist negativer Art, näm- lich Grobben gegenüber. In seiner sorgfältigen und für jene Zeit (1879) ungewöhnlich detaillierten Arbeit hatte bekanntlich Grobben behauptet, die Anlagen von Entoderm, Mesoderm und Genitalien, sowie die Scheitelplatte schon im Blastosphaera-Stadium nachweisen zu können. Besonders interessant erschien das frühe Auftreten der Genitalzellen — schon während der späteren Furchungsstadien — bei einer sich sehr schnell zur Geschlechtsreife entwickelnden Form, und G robben hatte die Teilungen dieser Genitalzelle und die Weiter- Zoolog. Coiilralbl. I. Jahrg. 9 — 114 — bildung ihrer Descendenten zu den Anlagen der Geschlechtsorgane eingehend beschrieben. Auch Samassa hat während der Furchung, von dem Ißzelligen Stadium ab, die betreffende Zelle (die er als Grobben 'sehe Zelle be- zeichnet) gesehen und beschreibt ihre ersten Teilungen, behauptet aber, dass im Blastosphaerastadium jede Differenzierung verschwinde, sodass weder Entoderm, noch Mesoderm, noch Genitalanlage unter- scheidl)ar seien. Bei dieser Sachlage ist es zu bedauern, dass Ver- fasser nicht angegeben hat, welche Fixierungsmittel er gebraucht hat. Denn wenn detaillirte und durch klare Abl)ildungen erläuterte An- gaben eines sorgfältigen P'orschers vorliegen, und dieselben ganz und gar in Abrede gestellt werden, so drängt sich unwillkürlich der Ver- dacht auf: war die Methode, welche der negierende Verfasser ange- wandt hat, nicht weniger gut differenzierend als jene von dem früheren Forscher gebrauchte? Hat Samassa überhaupt die von Grobben angegebene Methode versucht? Dies hätte angegeben werden müssen. — Bei BaphnelJa soll die Gro bben 'sehe Zelle überhaupt nicht auf- treten; in beiden Gattungen sollen sich die Genitalorgane erst viel später — aus dem sog. Mesoderm — anlegen. Gegenüber diesen — und anderen — negativen Eesultaten Sa- massa 's hält Grol)ben in dem oben citierten Schriftchen, gestützt auf eine neue Durchsicht seiner Präparate , alle seine wesentlicheren früheren Angaben aufrecht. Dass wirklich, wie Referent oben hervor- gehoben hat, Verschiedenheiten der Methoden vorhanden sein müssen, geht wohl daraus hervor, dass nach Gro bben die Genitalzellen grobkörniger, als die ü1)rigen Elemente erscheinen, nach Samassa dagegen blasser. Die Keimblätterlüldung soll nach Samassa in späteren Stadien, als von Grol)l)en angegeben, stattfinden und zwar in der Weise, dass sich längs der ventralen Medianlinie ein Streifen (Blastozone) bilde, von welchem namentlich durch Immigration von Zellen ein ,, unteres Blatt" erzeugt wii'd; bei Daphndhi kounut jedoch auch Abspaltung von Zellen vor. Die Hlastozone ist an dem rundlichen Ei der Moina ovaler Form, an dem länglichen Ei von ])((ph))('11a mehr gestreckt. Das primitive ,, untere IMatt" sondert sich in drei 'Feile: 1. Dotterzellen, die auswandern und den Dotter resorbiren; dieselben betrachtet der Verfasser mit G robben als ,,mesodermaler" Herkunft und lässt sie zu Zellen des Fettkörpers sich weiterbilden; 2. ,, Mesoderm", das aus den Seitenteilen des ,, unteren Blattes" hervorgeht; eine Spaltung desselben findet nicht statt, und die definitive L('il)eshöhle entsteht, wenn ich den Verfasser recht verstehe, aus der mit Dotter ausge- füllten Furchungshöhle ; 3. Entoderm, das anfänglich einen ganz — 115 — sclimalen, medianen Zellstrang darstellt; erst nach starker Vermeh- rung seiner Zellen ordnen sich dieselben radiär an, und es tritt ein Hohlraum auf. An der Blastozone tritt bei Moina eine kleine, von Grobben als ITrmund beschriebene Einstülpung auf, welche sich aber bald wieder vertiacht und verschwindet und von dem Verfasser als ,,Pseudo- Urmund" bezeichnet wird; dieselbefehlt hex Daphnella m\(\. Daphnia. Bei der letztgenannten Gattung findet sich als eine besondere DiÜ'erenzierung des unteren Blattes ein „Dotterblatt", längs der Medianlinie gegen denDotter zu gelegen; von ihm lösen sich hier die Dotterzellen ab. Bei Moina dagegen differenziert sich der vordere Teil des unteren Blattes als eine ,, Keimzone' ^, in welcher sehr reich- liche Zellvermehrung stattfindet; doch muss Referent gestehen, dass ihm die Bedeutung dieser Keimzone aus der vorliegenden Arbeit nicht klar geworden ist. Die Scheitelplatte ist bei Moina von Anfang an paarig angelegt (gegen G r o b b e n), bei DaphneUa dagegen, deren Ei einen geringeren Querschnitt hat, unpaar. In den früheren Stadien kommen merk- würdigerweise in den Scheitelplattenanlagen keine Mitosen vor. Der Abschnitt ,, T h e or et i s che s " bietet Weniges von Bedeutung. Hervorgehoben sei nur, dass nach dem Verfasser die Dotterzellen der Cladoceren erst in der phylogenetischen Reihe aufgetreten sind, welche von den echten Pliyllopoden zu jenen hinüberführt; bei jungen Branchipuslarven sind keine speziell ausgebildeten Dotterzellen vor- handen, sondern alle Zellen der Larve enthalten und resorbieren Dotterkörner (Claus). — Verfasser weist ferner darauf hin, dass — da die Dotterzellen bei den Cladoceren ,,mesodermalen" Ursprungs sind — auch bei den Cephalopoden das Epithel des Dottersacks, welches zur Darmanlage keine Beziehung zu haben scheint, „meso- dermal" sein könnte. — Endlich sei noch hervorgehoben, dass Ver- fasser die vermeintliche Entstehung einer langgestreckten Blastozone aus einem engumschriebenen Einwucherungspol heranzieht, um die Entstehung der Delamination (bei den Coelenteraten) zu erklären; dieser Modus der Keimljlätterbildung käme nach Verfasser dadurch zustande, dass das Einwucherungsfeld sich immer weiter über die Eiobertiäche verbreitere. R. S. Bergh (Kopenhagen). Dahl, F., Die Copepodenfauna des unteren Amazonas. In: Ber. Naturf. Ges. Freiburg i. B. VIII. Bd. (Festschr. f. Aug. Weismann. 1894. (1 Taf.) p. 10—22. 9* — 116 ~ Haecker, V., Die Entwicklung der Wintereier der Daphniden. Mit 1 Taf. In: Ber. Naturf. Ges. Freiburg i. B. VIII. Bd. (Festschr. f. Aug. Weis mann.) p. 35—53. Myriopoda. Pocock, J., Viaggio di Leonardo Fea inBirmania e regioni vi eine. — On the Mpriopoda of Burma. Jnlidae, Chordeiimidae and Polyzonidae. In : Annali del Museo Civico di Storia Naturale ■ di Genova. 1893. Verf. stellt noch einen weiteren Aufsatz über die Polydesmiden von Birma in Aussicht. Hier werden mitgeteilt an neuen Arten: 1 SipJionophora, 1 Heterochordeuma n. g., 3 Camhala, 3 Jidus, 8 Spiro- holus, 5 Spirostreptus . Leider enthält die Arbeit keine Abbildungen. Auch sind die Beschreibungen an sich viel zu knapp gehalten, und werden daher gewiss zum Teil dasselbe Schicksal haben wie nicht wenige andere Mitteilungen älterer und neuerer Autoren. Mit den 3 angeführten neuen Jidus ist nicht viel anzufangen. Der Jidus feae n. sp. wird z. B. mit 3 Zeilen abgethan! Diese tT^ZM^-Beschreibungen haben also keinen andern Wert, als dass damit konstatiert wird, dass in Birma Jidus (im alten Sinne) vorkommen. Entschiedenes Interesse beansprucht die neue Gattung 'Hetero- chordeuma (Chordetmiidae). Dieselbe soll 32 Segmente im geschlechts- reifen Zustande aufweisen, würde also von den bisher sicher be- kannten Chordeumiden-Gattungen, welche alle nur 30 Segmente be- sitzen, die erste Ausnahme ])ilden. Man darf dieser Mitteilung gegenüber natürlich etwas skeptisch sein, denn einmal misst das Tierchen nur 10 mm in die Länge, andererseits hat der Autor weder eine Abbildung noch eine Beschreibung des Copulationsappa- rates gegeben. Er sagt nur, dass 2 Paare von Kopulationsfüssen am 7. Segmente liegen und zwar recht frei. Es wird sonach eine Wiedererkennung der gemeinten Form mit Sicherheit schwerlich er- zielt werden können \ haben doch fast alle Chordeumiden 2 Paare ziemlicli .offen daliegender Kopulationsfüsse. Im Habitus soll Hetero- chordeuma an die Polydesmiden-Gattung Oryptodesnms erinnern. — Es kommen 11 Ocellen in vier Keihen vor. Foramina repugnatoria sind nicht vorhanden. Die Ventralplatten bleiben frei. Die aufgeführten Spiroholus werden in einer Tabelle übersicht- lich zusammengestellt. C. Verhoeff (Bonn a. Rh.). Araclinida. Simon, E,, Arachnides de T Archipel nialais. Voyage de M. Bedot et C. Pictet dans rArchipel nialais. In: Revue Suisse Zool. T. 1. 3 Fase. p. 319—328. — 117 — Inseeta. Hierher auch die Ref. über: Kmith, Über blütenbiologische Beobachtungen und über: Kmith, Biologische Beobachtungen auf der Insel Capri. Vgl. S. 96. CliiUl, C. M., Beiträge zur Kenntnis der antennalen Sinnesorgane der Insekten. In: Zool. Anz. XVII. Jhg. 1894. No. 439. p. 35-38. Hemiptera. .lolicooiir, H., Le Phylloxera vastatrix, ses differentes formes, les lesions qu'il determine. Memento pratique de l'evolution biologique de l'insecte, k l'usage des viticulteurs de la Champagne. Avec figg. en coul. Epernay, (litr. Bonne- dame,) 1893. 82«. 12 p. Lepidoptera. Mabille, P., et Vnillot, Novitates lepidopterologicae. Faso. No. 10 et 11' Rennes, (impr. Oberthür) ; Paris, (23, rue J. J.Rousseau), 1894. 4°. p. 90-134. pl. 13-18. Fritze, A., Über Saison - Dimorphismus und -Polymorphismus * bei japanischen Schmetterlingen. In: Ber. Naturf. Ges. Freiburg i. B. VIII. Bd. (Festschr. f. Aug. Weis mann.) p. 152 — 162. Coleoptera. Coupin, H., L'amateur de Coleopteres. Guide pour la chasse, la preparation et la conservation. Avec 217 figures intercalees dans le texte. VIII, 352 p. (Bibliotheque des connaissances utiles). Paris (J. B. Bailiiere et iils) 1894. Hymenoptera. Friese, H., Die Bienenfauna von Deutschland und Ungarn. Berlin (R. Friedlaender & Sohn). 1893. 8°. 80 p. M. 2.40. Sehr wertvolle, erste kritische Aufzählung der Bienen Deutsch- lands (438 Arten in 43 Gattungen) und Ungarns (506 Arten in 45 Gattungen). Überall sind die wichtigsten Synonyma, vielfach wich- tigere Ijiologische Notizen beigefügt ; durchaus sind Verbreitungsangaben — meist nach Autopsie ! — gegeben. Neu beschrieben werden 10 Species von Ändrena. In der Einleitung unterscheidet Verfasser Maxima und Minima des Vorkommens : erstere hängen zusammen mit der Mannig- faltigkeit der Bodenljeschaffenheit und der Flora, sowie dem Vor- handensein möglichst natürlicher Verhältnisse, letzteren entsprechen einförmige Bodenverhältnisse , Überschwemmungsgebiete , Urgestein- gebirge, feuchter Lehmboden und Überhandnähme von Kulturpflanzen. K. W. von Dalla Torre (Innsbruck). Rath. O. vom. Über abnorme Zustände im Bienenstock. In : Ber. Naturf. Ges. Freiburg i. B. VIII. Bd. (Festschr. f. Aug. Weismann.) p. 142—151. Emery, €., Entstehung und Ausbildung des Arbeiterstandes bei den Ameisen. In: Biol. Centralbl. XIV. Bd. No. 2. p. 53-59. — 118 — Mollusca. Boettger, 0., Die Binnenschnecken der griechischen Inseln Cerigo und Cerigotto. In: Nachrbltt. d. d. malak. Ges. 26. Jhg. Nr. 1/2. 1894. Januar, pag. 1—12. Verf. hatte Gelegenheit, eine ausführliche Ausbeute der zwischen Morea und Kreta gelegenen Inseln Cerigo und Cerigotto in seiner soliden Weise zu bearbeiten. 1 Ämalia, 2 Leucocliroa^ 10 HeJi.x, 2 Buliminus, 1 Stenogpra, 1 Orciäa, 1 3IodiceUa, (3 CJausiJia^ 1 An- cylus. Ob die Fauna damit, wie er meint, völlig erschöpft ist, muss bei der felsigen Natur der Eilande wohl dahin gestellt bleiben. Wichtig sind jedenfalls die Schlüsse, die er aus der Vergleichung zieht. Von den 25 Arten sind nur 4 beiden Inseln mit Morea und Kreta gemein. Cerigo hat, unter 17 Arten, 3, Cerigotto unter 12, 4 eigne Spezies, also hohe Prozentsätze. (Von Morea kommen 16, von Kreta 9 in Betracht.) Morea und Cerigo haben im ganzen 14, Morea, Cerigo und Cerigotto 0, Cerigo und Cerigotto 4, Cerigotto und Kreta 7, Cerigo und Kreta 6 Arten gemeinsam. Die vier Arten, die an allen vier Orten vorkommen, sind zudem weit verbreitet. Demnach ist Cerigo von Morea aus besiedelt worden, oder hat doch lange mit ihm zusammengehangen, während Cerigotto mehr nach Kreta hinweist. Wir können also ,,mit Sicherheit schliessen, dass der Einbruch des Meeres zwischen Morea und Kreta bereits ein sehr alter ist . . . Nach den von uns gefundenen Zahlen können wir es aber auch mit grosser Wahrscheinlichkeit aussprechen , dass die Meeresstrasse zwischen Cerigo und Cerigotto sehr alt ist, dass der zweite Einbruch des Meeres zwischen Cerigotto und Kreta jünger, und dass der dritte Einbruch zwischen Cerigo und Morea verhältnis- mässig am jüngsten sein muss." H. Simroth (Leipzig). CoUiiige, AV. E., The Morphology of the Generative System in the Genus Testacella. In: Ann. and Mag. Nat. History. Ser. 6. Vol. VI. 1893. 1 PI. Anatomische Beschreibung der Geschlechtsorgane der drei eng- lischen Arten (ohne Schnitte). Teslacella maugei und scutuhim stellen sich nahe im Mangel eines Flagellums, in der AnscliAvellung des unteren Endes des Blasenstieles, das (mit Recht V) als das proximale bezeichnet wird. T. liaHotidca hat ein Flagellum und einen gleich- massig engen Blasenstiel. Eine Varietät wird beschrieben, bei der die untere Hälfte des Penis stark birnförmig erweitert ist. — Bei der Schwierigkeit, die vielen Testacellen (cfr. Pollonera) scharf nach einem Organsystem auseinanderzuhalten, war es wohl gut, keine be- — 119 — sondere Si)eL'ies auf die Abweichimg zu gründen. Praktisch dürfte es sein, den Namen Flagelluni, wenn man nicht jede Abzweigung des Penis ohne Unterscheidung schlechthin so nennen will, hier nicht beizube- halten, trotzdem es die meisten Autoren thun. Am Blindende des TestacellenÜagellums sitzt doch der Penisretraktor an, und man er- hält vielmehr den Eindruck, als handelte es sich mehr um eine vom proximalen Ende ausgehende Abspaltung, bez. um eine Verlegung der Einmündung des Samenleiters nach unten, als um die Ausstülpung eines drüsigen Blindsackes. Die Ontogenie müsste entscheiden. H. Simroth (Leipzig). Naclu'ichtsblatt der deutschen Mnlakozoologischeii Gesellschaft. 26. Jhg. (Red. W. Kobelt.) Frankfurt a'M., (M. Diesterweg), 1894. 8«. Abonn. M 6.—. Qiiadras, J. F., et de Moellendorff, O. F., Diaguoses novarum a J. F. Quadras in insulis Mariannis collectarum scripserunt . . In: Nachrichtsbl. deutsch. Malakoz. Ges. 26. Jhg. No. 1/2. p. 13—22. Pelseneer, P., Sur divers Opisthobranches. Rapport de Ed. van Beneden. In: Bull. Acad. R. Belg. (3.) T. 26. No. 12. p. 711—716. Thiele, J., Über die Zungen- einiger Landsebnecken. In : Nachrichtsbl. deutsch. Malakoz. Ges. 26. Jhg. No. 1/2. p. 28—25. Andre. E., Contribution ä l'anatomie et k la physiologie des Ancylus lacustris et fluvialUis. Avec 1 pl. In: Revue Suisse Zool. T. 1. Fase. 8. p. 427—461. Henking, H., Beiträge zur Kenntnis von Hydrobia ulvae Penn, und deren Brut- pflege. Mit 1 Taf. In: Ber. Naturf. Ges. Freiburg i. B. Vill. Bd. (Festschr. f. Aug. Weismann.) p. 89 — 110. Tunicata. Traustedt, M. P. A., Die Thaliacea der Plankton-Expedition. (A. Systematische Beschreibung.) In: Ergebnisse der Plankton- Expedition der Humboldt-Stiftung. Bd. II. E. a. A. Kiel und Leip- zig, Lipsius c<: Tischer. 1893. Subskr.-Pr. M. 1.80; Einzelpr. M.2.— . Unter dem Doliolidenmaterial fand Traustedt nur bereits be- kannte Formen. Ausser den Geschlechtstieren von Doliolum chaUengeri, D. triionis , D. krohnii waren zahlreiche Ammenfornien gesammelt worden, die er aber auf bestimmte Geschlechtsformen nicht beziehen konnte. Ferner beobachtete er eine Varietät von Doliolum chaUengeri Herdman, w^elche dadurch ausgezeichnet ist, dass das Kiemen- gitter ventral nur bis hinter den 4. Körpermuskel reicht. Aus der Familie der S a 1 p i d e n beschreibt Traustedt 10 Arten zwei davon sind neu. Er teilt diese Familie nur in zwei Genera: Cyclosalpa und Salpa und beruft sich hierbei auf Herdman, oft'en- bar ohne davon Kenntnis zu haben, dass dieser bereits 1891 (Journal of the Linnean Societ. Vol. 23j in sein System der Tunikaten ausser — 120 — jenen beiden Geniisbezeiclmimgen die alten: Thalia^ Pegea und Jasis aufgenommen und somit 5 Genera unterschieden hatte. Von den ])ereits bekannten Formen führt Traustedt folgende aus den Planktonfängen an: Salpa scutigera-confoederata Cuvier, Forskäl; S . (lemocratica-mucronata Forsk. ; 8 . nmcinata-fueiformis Cham., C u V. ; S . africana-maxima Forsk.; S . cijlindrica Cuvier; S . costata-tüesii Q. u. G., Cuv. ; S . cordiformis-zonaria Q. G., Pallas; S . musctdosa-punctata Herdman, Forskäl. Neu sind die Salpa rostrata und S.hensenii; von der ersteren ist nur die Solitärform, von der letzteren die Kettenform bekannt geworden. Salpa rostrata ist nur etwa 12mm lang, keulenförmig gestaltet infolge eines verhältnismässig sehr langen, schnabelförmigen Fortsatzes (V2 — Vs der Gesamtlänge) des vorderen Körperendes. Charakteristisch ist ferner die Muskulatur. Die 7 schmalen Körpermuskeln lassen auf der Bauchseite des Tieres ein schmales Längsfeld frei. Dieses wird be- grenzt von zwei Längsmuskeln, welche die Ringmuskulatur in sich auf- nehmen und sich bis in die Schnabelspitze erstrecken. Im Schnabel treten auf der Pückseite zwei andere breite Längsmuskelbänder hin- zu, die an den Mundwinkeln entspringen. Salpa hensenii erinnert an die Kettenform der SaJpa scutigera- confoederata. Der Hinterteil des Tieres, der im Gegensatze zum vorderen knorpelartig hart erscheint, trägt einen medianen, pyrami- dalen Auswuchs mit 2 — 3 Seitendornen und zwei seitliche, peitschen- förmige Anhänge. Körpermuskeln sind nur zwei vorhanden und nur auf der Rückenseite entwickelt. Die Enden des vorderen Muskels teilen sich jederseits in zwei, die des hinteren in drei Aste. Diese kleine, etwa 20mm messende Salpe wurde nur an einem Orte: Sta- tion 21, IX. gefunden. Am Schlüsse giebt Traustedt eine Übersicht der Doliolum-ärten und der Salpenformen im Anschlüsse an die ältere systematische Auf- fassung H e r d m a n\s . Die Bearbeitung der Thaliaceen bezüglich der quantitativen Verbreitung wird erst später vorgelegt werden. In einer Anmerkung (p. 3) stellt Hensen auch einige Berichtigungen zu Traustedt's Abhandlung in Aussicht. 0. Seeliger (Berlin). Kiajr, J., Oversigt over Norges Ascidiae simplices. Med. 4 plancher og english descriptions of thc new and unknown species. Christiania, (Jac. Dybwad in Coram.), 1893 [20. Jan. 1894]. 8«. 105 p. — Christiania Vid.-Selsk. Forhdlgr. 1893. No. 9. — 121 — Vertebrata. Giglio-Tos, E., Süll' omologia tra il diaframma degli Aiifibi anuri e quello dei Mammiferi. In: Atti della R. Accad. delle Scienze di Torino. Vol. XXIX. 1894. 12 p. Pisces. Kliiu'kowström, A., Beiträge zur Kenntnis der Augen von Anahleps tetrophthalmus. In : Skandinav. Arch. f. Physiol. Bd. V. 1893, p. 67—69. Die Kornea der grossen runden, an der oberen Seite des Kopfes liervorstehenden Augen ist durch einen von der Sklera ausgehenden horizontalen i)igmentierten Streifen in zwei halbkreisförmige durch- sichtige Teile zerlegt. Die Pupille ist dementsprechend stark biscuit- förmig. Der untere Teil der Kornea ist stärker gewölbt, wie der obere. Die Linse ist sehr gross und ragt bis dicht an die Retina. Diese ist nicht gewölbt, sondern durch eine in der Ebene des hori- zontalen Pigmentstreifens der Kornea ziehende Falte in zwei recht- winklig zu einander liegende Teile, den beiden Pupillenöft'nungen entsprechend, geteilt. Die Erklärung dieses wunderbaren Baues der Augen ist in der Lebensweise der Tiere zu finden. Sie schwimmen an der OberÜäche des Wassers mit einem Teil des Rückens und Kopfes über Wasser. Dabei liegt der horizontale Pigmentstreifen der Kornea genau in der Wasserlinie, das untere ,,Auge" unterhalb, das obere „Auge" aber oberhalb derselben. Der obere Teil dient dem Sehen in der Luft, der untere dem im Wasser. Die Augenachse für die aus der Luft kommenden Strahlen ist beträchtlich kürzer als diejenige für die aus dem Wasser kommenden Strahlen, bei welchen die Lichtbrechung an der Hornhautfläche wegfällt. Infolge des unsymmetrischen Baues des Gesamtauges wird also eine gleiche Sehschärfe seiner beiden Abteilungen möglich. F. S c h e n c k (Würzburg). Woodwai'd, A. Smith, Falaeichthy ological Notes. In: Ann. Mag. Nat. Hist. p. 281—287 tab. 10. Nur für Spezialisten von Interesse. L. D öder lein (Strassburg i. E.). Woodward, A. Smith, Further Notes on Fossil Fishes froni the Karoo Formation of South Afrika, ibid. p. 393—398, tab. 17. Die Zahl der bisher aus der südafrikanischen Trias bekannt gewordenen Fische wird um zwei weitere Arten von Atherstonia vermehrt. L. Döderlein (Strassburg i. E.). Woodward, A. Smith, On som e Bri tish Upper-Jurassic Fish-remains of the Genera Caturus, Gyrodus and Notidanus. ibid. p. 398 — 402, tab. 18. Nur für Spezialisten von Interesse. L. Döderlein (Strassburg i. E.). — 122 — Bietrix, . . , Distribution sanguine dans les lanielles branchiales des Poissons (Squales et Teleosteens). In : Soc. Philom. Paris, C.-R. Janv. 1894. No. 6. p. 2. Rolion, J, V., Metamerie am Primordialcranium paläozoischer Fische. Vorl. Mit- teilg. In: Zool. Anz. XVII. Jhg. No. 440. p. 51-52. Petersen, C. 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Bufo viridis fehlt, Bombinator igneus ist noch nicht nachgewiesen. 0. Bocttger (Frankfurt a. M.). Morgan, T. H., and Urne Tsuda, The Orientation of the Frog's Egg. With 2 pls. In: Quart. Journ. Micr. Sc. Vol. 35. P. 3. p. 373—405. Rossi, IT., Contributo allo studio della struttura, della maturazione e della distru- zionc delle uova degli Anfibi. (Vgl. S. 96.) Reptilia. Fischer-Sijj^wart, H ., Die e u r o p ä i s c h e S um p f s c lii 1 d k r ö t e (Enii/s et. (Tit., Cont., Explan, of pls., index p. 177-180.) 4 Annas. Bulletin of the Illinois State Laboratory of Natural History. Ghampaign, Illinois. Vol. III. Art. XIV. Peoria, Illinois, (J. W. Franks & Sons, print.) 1894. 80. (p. 391-482.) Denkschriften der medizinisch-naturwissenscliaftlichen Gesellschaft zu Jena. IV. Bd. Rieh. Semon , Zoolog. Forschungsreisen in Australien u. d. malayischen Archipel. 1. Bd. 1. Lief. Jena (G. Fischer) 1893. [Jan. 1894.] gr. 4^. (Doppel- Tit., XXIV, 50 p., Atlas: 8 Taf. mit Erkl.-Bl.) M. 20.—. Jenaische Zeitschrift für Naturwissenschaft hrsg. von der mediz.-naturwiss. Gesellschaft zu Jena. 28. Bd. N. Folge. 21. Bd. 3. Hft. Mit 8 lith. Taf., Jena (G. Fischer) 1894. (27. Jan.) 8«. (p. 247—342.) Novitates Zoolo;i?icae. A Journal of Zoology. Ed. by The Hon. Walter Roth- schild, Ernst Martert und Dr. K. Jordan. Vol. I. 1894. No. 1. Iss. Jan. 30. London, (printed by Hazell, Watson & Viney, Ld.,) 1894. Lex.-8^ (266 p , 4 pls.) Anales de la Sociedad P^spanola de Historia Natural. Ser. II. Tom. 2. (XXII.) [Cuad. 3.] Madrid, Don J. .Bolivar, Tesor., Alcalä, 11, Terzero. 31. Enero, 1894. 80. (p. 209-344, Actas, p. 129-241.1 Atti della Societä Veneto-Trentina di Scienze naturali residente in Padova. Organo degli Istituti di Scienze Naturali della R. üniversitä di Padova. Anno 1894. Ser. II. Vol. I. Fase. II. Padova. (Stabil. Prosperini,) 1894. So. (p. 275 —467, tav. XVII -XIX.) Bulletin de la Societe Philomathique de Paris. 8. Ser. T. V. [No. 1-4.] 1892—1893. Paris, Soc, 7, rue des Grands Augustins, 1893. 80. [No. 4. 31. Janv. 1894.] (215 p.) Bulletin de la Societe Zoolo^i<(ue de France pour l'annee 1893. T. XVIII. [6 Nos.] Paris, Soc, 7, rue des Grands Augustins, 1893. 8o. (260 p.) Memoires de la Societe Zoolo^ique de France pour l'annee 1893. T. VI. 4. Partn>, feuill. 20-23, pls. VIll. et IX. Paris, Soc. 7, rue des Grands Augustins, 1893. 8o. (p. 321—359, table; fin du Tome.) Archives de Zoologie experimentale et generale. Histoirc naturelle. Morpho- logie. Histologie. Evolution des animaux, publ. sous la dir. de Henri de Lacaze-Duthiers. 3. Ser. T. 1. Annes 1893. No. 1. 2. Paris. (C. Rein- wald,) 1893. |2.: Janv. 1894.] 8o. (1.: p. 1-144, 1— XVI.. 2.: p. 145—336, XVII-XXXll.) The Aniei'ican Naturalist: A Monthly Journal devoted to the Natural Sciences in their widest sense. Manag, edit. E. D. Cope and J. S. Kingsley. Vol. XXVllI. [12 Nos.] Phihidelphia, (The Edwards et Docker Co.,) 1894 8o. — 143 — Zellen- und Gewebelehre; vergleichende Morphologie, Physiologie und Biologie. Watase, S., Homo log y of the centrosome. In: Journal ot" morphologv. Vol. YIII. 2. 1893, p. 433-443. Verf. wendet sich mit seiner Arbeit gegen die wohl von van Beneden zuerst vertretene Ansicht, dass das Centrosom als Gebilde sui generis, als ein permanentes Organ der Zelle aufzufassen sei, und geht in der Kritik dieser Anschauung von zwei Beobachtungen aus, die er an verschiedenem ZeHmaterial gemacht hat. Unter Anwendung von Pikrinosmiumsäure und nachträglicher Färbung mit Säurefuchsin ergab sich zuerst, dass das Centrosom und die Cytomikrosomen des Zellleibes und der Asterentiguren sich teilender Zellen die gleiche Färbung annehmen, während die die Cytomikrosomen verbindenden rrotoi)lasmahbrillen sowie die Spindelfaserung mehr oder minder un- gefärbt bleiben. Zweitens ergab sich, dass die Grösse der Mikrosomen von der Peripherie bis zum Centrum der Asterenfigur stetig zunimmt. Diese Beobachtungen gaben dem Verfasser Veranlassung zur Frage, ob nicht Centrosom und Cytomikrosom im wesentlichen als ein und dasselbe Ding anzusehen sind, ob nicht der Grund, weshalb das Centrosom grösser sei als die Cytomikrosomen, nur darin zu suchen sei, dass das Centrosom das innerste Korn der Radiärreihen der Asterenfigur darstellt. Beide Fragen entscheidet Verf. in bejahendem Sinn und erblickt er in dem Centrosom der Zelle lediglich ein Mi- krosom von gigantischer Grösse. Ist diese Annahme richtig, so müsste die Ansicht von der Spezifität des Centrosoms in der Zelle aufgegeben werden, denn die verschiedene Grössenentwickelung allein stellt kein entscheidendes Kriterium dar, um daraufhin schon ein morphologisches Element gegenüber seiner Nachbarschaft auszuzeichnen. Was die Entstehung der Cytomikrosomen selbst betrifft, so bilden sich dieselben entweder als Varikositäten in den Protoplasma- fibrillen oder sie entstehen als Verdickungen an den Knotenpunkten dieser letzteren. Ist dieser letztere Entwickelungsmodus richtig, so wird damit auch das Proldem für die Entstehung des Centrosoms einer leichten Lösung zugeführt werden können. Nirgends in der Zelle treffen so viele Protoplasmafäden an einem Punkte zu- sammen wie im Centrosom der Asterenfiguren, nirgends wird des- wegen die Gelegenheit für die Entstehung eines Mikrosomes von be- trächtlicher Grösse so günstig sein wie an dieser Stelle. Mit anderen Worten, dieses grosse, an den Knotenpunkten der zahlreichen Asteren- strahlen entstandene Mikrosom ist weiter nichts als das Centrosom der Zelle. — 144 — Auch die Entstehung des von F 1 e ni m i n g zuerst entdeckten „Zwischenkörpers" wird in ähnHcher Weise von Mikrosomen her- geleitet. Verhiufen die Fäden der Spindel noch in gestreckter Rich- tung einander parallel , so Ijildet sich im Teilungsä(|uator als erste Anlage der sog. Zellplatte eine Reihe von , .äquatorialen Mikrosomen" aus ; konvergieren aber die Spindelfäden 1)ei der Abschnürung der Tochterzellen und nähern sie sich dabei einander, so bildet sich aus dem äquatorialen Mikrosom in gleicher Weise wie im Asterencentrum das Centrosom. ein solider Körper, der sog. Zwischenkörper aus, welcher deshalb als ein ,, i n t e r c e 1 1 u 1 ä r e s C e n t r o s o m '" aufgefasst werden kann. Verf. benützt den geschilderten Entstehungsmodus des Centro- soms (Polkörperchen) und des Zwischenkörpers auch für die Erklärung der eigentümlichen a])gestutzten Tonnenformen der Spindeltiguren, wie wir dieselben bei der Rieht ungskörperchenbildung im Ascaris-Fii, sowie während der Zellteilung von Spirogijya, Mo}iotropa etc. zu sehen gewohnt sind. Die Asterenbildung wird l)ei diesen Spindelhguren bekanntlich vermisst ; es wird deshalb für die Entstehung eines grösseren Mikrosomes, des Centrosomes, jede Gelegenheit fehlen, es endigen vielmehr die einzelnen Spindelfäden mit ihren feinen Mikro- somengerüsten meistens frei in einer polar gelegenen Ebene. Als Referent habe ich mich lediglich damit begnügt , die An- gaben Watase's hier zu registrieren; jeder Cellularhistologe wird mir darin beistimmen, dass diese Reflexionen des Verf.'s ü])er die Homologie der Centrosomen mehr wie einen zum mindesten angreif- baren Punkt darbieten; trotzdem dürfte nicht geleugnet werden können, dass die referierte Arbeit dennoch unter vielem Falschen oder wenig- stens falsch Gedeuteten vielleicht auch ein Körnchen Wahrheit ver- borgen enthält. F. Hermann (Erlangen). Scliively, M. A., Über die Abhängigkeit der Herzthätigkeit einiger Seeti ere von der Konz entrat i on des Seewuissers. In: Plbig('r"s Arch. f. Physiol. l'.d. 55. 1893. p. ;}()7— :3]S. Die Versuche haben ergeben : Erhöhung (k'r Konzenti'ation des Seewassers und demnach Abnahme des Wassergehaltes der Zehen innerhalb gewisser (iren/.en vermindei't dit' Zabl der Herzschläge ])ei (h'n zii den Versuchen verwendeten Thieren, nämlich 1. einer Ascidie, Mol rimitiveren Decapoda eine ausgedehnte fr eis Larvenentwickelung haben, während bei höheren Decapoden die Entwickelung mehr oder weniger im Ei durchlaufen wird, und die Larven auf einer fortgeschritteneren Stufe das Ei verlassen. Die einzelnen Larvenformen besitzen z. T. charakteristische larvale An- hänge, nach denen sie sich unterscheiden lassen. Es werden dann zunächst die E u p h a u s i i d e n -Larven besprochen, dann die durch besondere Anhänge charakteristischen Larven der S e r g e s t i d e n. Die übrigen Larven der D<'capoda Averden in zwei Gruppen geteilt: 1. solche, die in ihrer Entwickelung ein J/^^/s-Stadium auf- w^eisen, d. h. eine Form mit Spaltästen (Exopoditen) auf den Pereio- poden, und 2. solche, die niemals ein Stadium mit Spaltästen an den Pereiopoden aufweisen. Zu den ersteren gehören im wesentlichen die Makrurenlarven, die nach ihren verschiedenen Stadien [Zoea, Mysis) abgehandelt werden. Bei den Mysis-¥ovn\&a. musste eine grosse Anzahl als neue Gattungen und Arten eingeführt werden, da ihre engere Zugehörigkeit nicht eruirt werden konnte. Bei den Larven ohne Ji^siVStadium konnte im allgemeinen eine nähere Zugehörig- keit nachgewiesen werden , da dieselben z. T. schon früher besser bekannt waren. Doch Hess sich meist nur eine grössere Abteilung, seltener die Familie von höheren Beptantia (Anomuren und Brachy- uren) bestimmen. — Die horizontale Verbreitung der Larvenformen bindet sich im wesentlichen an die Küsten, da sie wohl zum grössten Teile litoralen Eltern angehören. Sie sind ein charakteristischer Be- standteil des Küstenplanktons, der aber an gewissen Stellen weit in den offenen Ozean hinausgeführt wird. Im folgenden Abschnitt werden einige vorläufige Resultate be- treffend die quantitative Verbreitung des untersuchten Materials zu- sammengestellt. Dasselbe bestätigt in auffallender Weise die Ansicht Hensen's von der relativen Gleichmässigkeit der Verbreitung der pelagischen Fauna; gewisse Unregelmässigkeiten, besonders bei den Larvenformen, lassen sich teils direkt erklären, teils lassen sich Ver- mutungen über ihre LTrsachen aufstellen. Ein abschliessendes Urteil konnte noch nicht gewonnen werden, besonders deshalb , weil die Bearbeitungen der übrigen Plankton-Organismen meist noch ausstehen. — 160 — Im Plankton des Atlantic untersclieidet Verfasser drei Faunen- typen: 1. TocantinsDiündimg , 2. Küstengebiet, 3. Hoclisee. Das Küstenplankton zerfällt in drei Untergebiete, das nordische und das tropisch-östliche und -westliche, alle drei stehen im engsten Zu- sammenhang mit den litoralen Faunengebieten. Die Hochsee zerfällt in eine kalte und in eine warme Provinz, in der letzteren lassen sich das Gebiet der Meeresströme und das der Stromstille der Sar- gassosee unterscheiden, die beiden letzteren in engster Wechsel- beziehung stehend. A. Ortmann (Strassburg i. E.). Bunting, Martha, Über die Bedeutung der tolithenor gane für die geotropischen Funktionen von Ästacus ßuviatilis. In: Pflüger's Archiv für Physiolog. Ikl. 54. 1893, p. 531—537. Exstirpation einer oder beider Otolithenorgane verursachte keine Zwangsbewegungen, aber geotropische Störungen von der Art, dass das Tier beim Schwimmen längere Zeit den Rücken nach unten wendet, was das normale Tier nicht thut. Diese Störung tritt be- sonders deutlich auf nach Entfernung der Scheeren. Keinen Ein- fluss auf die geotropische Orientirung hat Entfernung der grossen Antennen, der Augen, der Scheeren oder nur einer der beiden kleinen Antennen. F. Schenck (Würzburg). (Tiienie, J. Family Cochliopodae, with Notes on their spines and tuber des. - 167 — In: Proceed. of tlie Anierican l'liil()soi)hical society riiiladelpliia. No. 140. 1893. pag. 83. Packard zieht sehr interessante Vergleiche zwischen den ver- schiedenen Formen nnd Altersstufen gewisser Coclüiopodae. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass die eigentümliche Schneckenge- stalt und die Fusslosigkeit dieser Raupen eine Anpassungserscheinung ist. Der Verfasser zweifelt nicht daran, dass die Tiere vor dem Aus- kriechen mit Bauchfüssen versehen sind und dass die spätere Ge- staltsveränderung den Sinn hat, sie einem Rostflecken oder einer Galle ähnlich zu machen. Bei den so geschützten Arten ist dann eine Bewaffnung mit giftführenden Stacheln unnöthig. Packard fasst also die Arten mit l)estachelten Raupen als die älteren Formen auf, die glatten als die sekundären. Aus dem Stachelkleid, von dem auch die später glatten Formen beim Auskriechen aus dem Ei Spuren zeigen, schliesst Packard auf eine Verwandtschaft der Cocliliopodae mit den Saturnidae, von denen sie entweder einen direkten Spross oder einen Parallelzweig darstellen; im letzteren Falle dürfte die ge- meinsame Stammform Notodonta-ariig gewesen sein. — Bezüglich der Fusslosigkeit erwähnt Packard, dass ja auch bei anderen Insekten- ordnungen eine solche sekundär acquiriert sei; so haben die älteren Käfer {Staphylinidae, Carahidae) Larven mit Füssen, bei den stark modifizierten Formen (Rüsselkäfer, ScoJytidae) sind dagegen die Larven- füsse verschwunden ; ebenso bei den Dipteren, wo wohl die Tipididae und CuUcidae ältere T^'pen darstellen, als z. B. die aus fusslosen ]Maden kommenden Muscidae. Weitere Resultate erwartet Packard von embryologischen Untersuchungen. — Dieser Einleitung folgt die äusserst detaillierte Beschreibung einer Anzahl von Raupen während der verschiedenen Häutungsepochen, und vier Tafeln erläutern die Bedornungsverhältnisse und den Mechanismus der Giftstacheln. A. Seitz (Frankfurt a. M.). Paekard, A. S., The life Histories of certain Moths of the F am i lies Ceratocampidae, Hemüeucidae etc. In: Proceed. of the American Pliilosopliical society Philadelphia. No. 141. 1893. pag. 139. Zunächst ist der oben besprochene Aufsatz über Aylia tan (An- nais and Magaz. Natur. Hist. Ser. VI, 11) abgedruckt, dann geht Verfasser zur ausführlichen Beschreibung der verschiedenen Jugend- formen von Dryocampa ruhicimda \\h^v , die er mit Anisota zusam- men für typische Formen der Familie hält. Die nachfolgenden sehr genauen Beschreibungen von Raupen der Gattungen Anisota, Spliin- yicampa, Eades, Cithaeronia, Hyperchiria, Hemileuca, Clisiocampa, — 168 — Gastropaclia, Heteropacha und Arface herücksicbtigen ganz besonders die Armatur der Tiere und sind durch sechs Tafeln soAvie Textfiguren erläutert. Dabei wird scharf zwischen kongenitalen und später her- vortretenden Gestaltseigentiimlichkeiten unterschieden. A. Seitz (Frankfurt a. M.).' Holland, W. J. (Pittsburg), Communal Cocoons and the Moths which weave them. In: „Psyche" No. 202 p. 385 ff. Hypsoides radama auf Madagaskar webt lüs mehrere Fuss lange Cocons ; in diesen liegen zahlreiche Sondergespinste und darin geht die Verwandlung vor sich. Sowohl diese Gesj^inste , wie die von Anaphe panda in Natal werden von den Eingeborenen zur Seide- bereitung verwendet. Die aus den Cocons von Anaphe infracta und Anaphe carteri gewonnene Seide dient als Verbandstoff. Die Cocons von Anaphe moJoneyi hängen gleich 5 Zoll grossen Birnen an einem dünnen Seidenfaden von den Baumzweigen herab. Die Raupen der Anaphe infracta werden von den Eingeborenen in Palmöl gebacken und ge- gessen; sie haben einen süsslichen Geschmack. Aus einem Neste von Anaphe moloneyi entwickelten sich bis 80 Falter. — Bei Oicura goodii sind die Einzelcocons senkrecht zur Mittelachse gelagert, und die Schmetterlinge durchbrechen beim Auskriechen die äussere Hülle, die sich al)er hinter ihnen wieder schliesst, so dass kaum eine Spur zu- rückblei])t. Ein gemeinsames Schlupfloch besteht nicht. Trotz dieses Schutznetzes sind die Raupen manchen Nachstellungen ausgesetzt : so schmarotzt bei ihnen Chilo carmfex, Tachina onchestus etc. — Ab- gebildet sind die Schmetterlinge von fünf und die Nester von zwei Arten. A. Seitz (Frankfurt a. M.). Peytoure.iii, A., Recherches sur l'anatomie et le developpement de rarmurc genitale femelle des insectes lepidopteres. In: Comptes rend. Acad. des sc. Paris. 1894. T. 118. N. 7. p. 358-360. Hofniann. E.. Die Schmetterlinge Europas. 2. Auü. 11. Lief. Stuttgart, (C. Hoff- mann'sche Verlagshdlg.) 1894. 4o. (p. 57—64, Taf. 62—64.) M. 1.— . Freei-, R., Greese. In: Eniom. Monthly Mag. (2.) Vol. 5. Febr. p. 37. Stiuld, E. F.. The illuminatcd Moth-Trap. In: The Entomologist, Vol. 27. Febr. p. 55-57. South, R., Tbc ßuriiey Collection (Heterocera). (Contin.) In: The Entomologist, Vol. 27. Febr. p. 67— 6i». Bath, W. H., On the Vcrtical Distribution of the British Lepidoptera. (Conclud.) In: The Entomulogist, Vol. 27. Febr. p. 37—40. Butler, W. E,, Notes [lepidopterological] from Rcading. In: The Entomologist, Vol. 27. Febr. p. 71. Hewett, W., Lepidoptera in the noighbourhood of York. In : The Entomologist, Vol. 27. Febr. p. 70—71. — Ki'J — Johnson. AV. F.. Lepidoptera at Arniagh in 1893. In: Entoni. Monthly Mag. (2.) Vol. 5. Febr. p. 38. Kano. W. F. de Vismes. A Catalogue of tlie Lepidoptera of Ireland. (Contin.) In: The Entomologist, Vol. 27. 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Der Genitalapparat von Lucanus cervus besteht jederseits aus 12 Hoden, deren Vasa efferentia sich zu einem Vas deferens ver- einigen, das sehr lang ist und sich zu einer ziemlich umfangreichen Epididymis (Dufour's Hoden) aufknäuelt. Nach weiterem kurzen — 172 — "N'erlauf mündet es zugleich mit einer langen fadenförmigen Drüse in den Ductus ejaculatorius. Diese Übereinstimmung im Bau des männlichen Genitalapparates der Lucaniden und Scarabaeiden glaubt, Escherich verwerten zu können, um die früher fast allgemein (von Cuvier, Dejean, Mulsant, Burmeister, Erich son u. A.) durchgeführte und in neuerer Zeit von E. Reitter wieder angenommene Vereinigung beider Familien zu begründen. Es ist wohl anzunehmen, dass die Untersuchung der männlichen Genitalorgane für die Gruppierung der Familien besser verwertbare Anhaltspunkte liefern wird als die Kopulationsorgane sie bieten. Um aber eine solche Vereinigung begründen zu können ist es nötig eine grössere Reihe typischer Formen zu untersuchen. Zunächst müsste nachgewiesen werden, dass die männlichen Genitalorgane aller Scara- baeiden auch wirklich nach einem einheitlichen Schema gebaut sind. Bei den Lucaniden trifft das thatsächlich nicht zu, denn Avas über die männlichen Genitalorgane der Passalini bekannt ist, lässt sich mit den Befunden bei Lucanus cervus nicht in Einklang bringen. C. Hilger (Karlsruhe). Calwer, €. G. , Käferbuch. Naturgeschichte der Käfer Europas. 5. bedeut. verm. u. verbess. Aufl. bearb. von G Stier 1 in 9. Lief. Stuttgart, (Jul. Hoff- mann.) 1894. Lex.-S'i. (p. 289-320, Taf. 20-22.) je M. 1.—. Chamiieiiois, A., Liste des Coleopteres recoltes dans les criblures rapportees d'Orleans. In: Ann. Soc. Entom. France, Vol. 62. 3. Trim. Bull. p. CXC. Champenois, A., Rectification. ibid. p. CCXXIIL Pic, M., Description de Coleopteres de la faune circa-europeenne. In : Feuille Jeun. Natural (3.) 24. Ann. No. 280. p. 60-61. Jordan, K.. On African Longicornia. With 2 pls. [not yet out]. In : Novität. Zoolog. 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Nachdem die Chitonentwickelung bereits früher recht eingehend durch Kowalevsky auch in den frühen Stadien studiert wurde, handelt es sich hier in erster Linie um eine genaue Schilderung des Furchungs- prozesses. Durch zwei meridionale Furchen zerfällt das Ei in vier gleich grosse Blastomeren; eine äquatoriale Furchung schneidet davon vier kleinere Blastomeren ab. Eine Furchungshöhle ist bereits deutlich zu erkennen. Das sechzehnzellige Stadium wird erreicht, indem acht kleinere Zellen zwischen Mikro- und Makromcren sich von ersteren und letzteren abtrennen. Sodann bilden sich je vier kleine Zehen am aui- malen und am vegetativen Pol. Das 24zellige Stadium geht in das von 32 Zellen über, indem wieder sowohl von den animalen wie auch von den vegetativen Blastomeren je vier neue Zellen gebildet werden, die über dem A(|uat()r etwas mehr gegen den animalen Pol hin an- einander liegen. Die dem vegetativen Pol zunächst liegenden kleinen Zellen teilen sich jetzt und dadurch entstehen acht regelmässig ange- ordnete Zellen (36zelliges Stadium). Durch Teilung der vier gro.ssenBlasto- — 177 — lueron des aniinalen Poles ist das 40zellige Stadium erreicht und iiininiehr beginnt die (iastrulation, indem die am vegetativen Pol ge- legenen kleinen Zellen einsinken. Eine weitere von Metcalf in's Ein- zelne verfolgte Teilung der umliegenden Zellen begünstigt diesen Pro/ess. Die Teilung der Zellen wird überhaupt eine rege, das Archenteron vertieft sich. Der Blastoporus ist anfangs weit, wird aber bald enger und es zeigt sich jetzt eine ,,clubshaped" Furche, welche in ihrer Längsrichtung der späteren Medianlinie entspricht. Den Blastoporus als Hinterende betrachtet, zeigt sie eine vordere und hintere Verbreiterung. Sie schwindet allmählich, wenn der Blasto- porus sich verengert. Diese Verengerung geschieht so, dass er zu einem schmalen, hinten aber erweiterten Spalt wird. Die Verenge- rung, bezw. teilweise Schliessung erfolgt von hinten nach vorn. Der Blastoporus erstreckt sich jetzt viel weiter nach vorn als früher, was aber nicht durch das grössere Wachstum der RückenHäche, sondern durch „actual migration" des Blastoporus selbst zu erklären sein soll. Später, wenn sich die Umgebung des Blastoi)orusrestes zur Bildung des Stamodäums einsenkt, schliesst er sich, um sich später an derselben Stelle zur Verbindung mit dem Mitteldarm wieder zu öffnen. Die Bildung des Mesoderms findet Metcalf genau so wie Ko- Avalevsky sie beschrieb; am Hinterende des Blastoporus vergrössern sich die beiden am weitesten nach aussen gelegenen Entodermzellen. Jede teilt sich in zwei Zellen, von denen die eine in die Furchungs- höhle rückt und zur Stammzelle des ]Mesoderms wird. Weitere Mit- teilungen über die Entwickelung von Chiton stellt Metcalf für später in Aussicht. Am Anfang der vorliegenden Arbeit wird auch die Ei- ablage, von Cliiton geschildert, die bei den vom Verfasser beobach- teten Arten anders verläuft als sie Kowalevsky bei Chiton poUi beschrieb. Von keiner der untersuchten neun Chiton-Xrten werden die Eier wie bei der letztgenannten Art l)ündelweise in der Mantel- höhle getragen, sondern abgelegt. E. Korscheit (Marburg). Heyinoiis, R., Zur Entwickelungsgeschichte von Umhrella medi- terranca. In: Zeitsch. f. wiss. Zool. Bd. 56. 1893. Der Verfasser giebt eine sehr genaue und eingehende Darstellung der Furchung und Keimblätterbildung von UmhreUa auf Grund von Untersuchungen, die hauptsächlich im Hinblick auf die recht difl'erente Form der Mesodermbildung, wie sie nach von Erlanger's Unter- suchungen bei Paludina und Bi/fhiitia vorliegt, unternommen wurden. Bei VmhreJJa tritt die Differenzierung der Keimblätter schon Zoolog, Centralbl. I. Jalirg-, 13 — 178 — sehr früh ein, so dass es besonders auf eine genaue Untersuchung der ersten Entwickelungsstadien bis zur Gastrulation und zur Aus- bildung der Mesodermstreifen ankam. Die Furchung des dotterreichen Eies der UmhreUa ist inäqual, doch sind die durch die beiden ersten (meridionalen) Furchungs- ebenen getrennten vier Blastomeren nicht sehr verschieden an Umfang. Zwei der vier ersten Blastomeren berühren sich, während die beiden anderen etwas vom Zentrum abgedrängt sind. In der Berührungs- fläche der beiden erstem Zellen hatten frühere Autoren (Rabl, Blochmann, v. Erlanger) die Transversalebene des Tieres gesehen: die Medianebene schnitt nach dieser Autfassung die beiden anderen Blastomeren mitten durch und man konnte somit entsprechend den Körperregionen des ausgebildeten Tieres eine vordere und hintere, sowie eine rechte und linke Furchungskugel unterscheiden. Hey- nions fasst, ähnlich wie das auch Conklin gethan hatte, die erste Furchungsebene als spätere Transversalebene und die zweite Furch- ungsebene als Medianebene auf. Die vier Blastomeren liegen somit nicht vorn, hinten, links und rechts, sondern vorn links und rechts, sowie hinten links und rechts. Der animale Teil des Eies entspricht der späteren Dorsal-, der vegetative Teil der Yentralpartie. Die erste Aquatorialfurche schneidet am animalen Teil vier recht kleine Mikromeren ab, womit das schon von vielen Gastropoden be- obachtete achtzellige Stadium erreicht ist. Darauf erfolgt eine Tei- lung der vier Makromeren, und die dadurch gel)ildeten vier Mikro- meren nehmen ihren Platz zwischen den Makromeren in der bekann- ten regelmässigen Lagerung ein. Al)ermals schnüren sich vier Mikro- meren von den Makromeren ab und lagern sich zwischen die zuletzt gebildeten Mikromeren. Die Makromeren halien somit drei (Genera- tionen von Mikromeren abgegeben. Aus ihnen geht das gesamte Ekto- derm hervor, an dessen Bildung sich die Makromeren nun nicht mehr beteiligen. Sie enthalten nur noch Ento- und j\[esoderm. Das zuletzt beschriebene Stadium wies 1(> Zellen auf; durch Teilung der Mikromeren erhöht sich die Zellenzahl auf 24 und jetzt tritt von der ,,radiärsymmetrischen" Anordnung eine Abweichung ein, indem das liintere links liegende Makrouu-r sich in eine kleinere, dem Zentrum genäherte, und eine grössere mehr i)eri})her gelagerte Zelle teilt. Die erstere ist eine EntodermzeHe, während die letztere die Alllage des Mcsodcniis repräsentiert. Si(> zcrf-illt bald in zwei Zellen, die beiden Urmesodermzellen, welche am hinteren Ende des Eies rechts und links von dessen Medianebene liegen. So sind die drei Keimbiättci' angelegt und es ist damit für einen ()pisthol)ranclii('r gezeigt, dass aucli bei ihm die Keiinbliitterbildimg in entsprechen- — 179 — is- her bekannt gewordenen Selachier. welche er fast sämtlich an den in verscliiedenen Museen zerstreuten Originalen studierte, sondei'n ei' versucht auch uiit viel Geschick und Sachkenntnis eiiu' Darstellung; — 191 — der Stammesgescliichte von einem Teile dieser Tiergruj)pe zu geben. Ein solches Unternehmen sollte angesichts der ausserordentlich dürftigen Reste fossiler Selachier, die mit wenigen Ausnahmen fast nur aus einzelnen Zähnen und Stacheln bestehen, fast aussichtslos erscheinen. Der glückliche Umstand aber, dass in einigen wenigen Ablagerungen (Malm von Cirin und Solnhofen, Kreide vom Libanon, Eocän vom Monte Bolca) sich einige vollständige Selachier erhalten haben, am letzteren Fundorte nicht weniger als 14 Arten, grösstenteils freilich in nur je einem Exemplar, ermöglichte es, nunmehr wenigstens für die sogenannten Rochen die Grundzüge ihrer Stammesentwickelung mit einiger Wahrscheinlichkeit festzustellen. Wir übergehen hier wohl am besten die wesentlich kritisch ge- haltenen einleitenden Kapitel der Arbeit und möchten nur unser Bedenken aussprechen gegenüber der systematischen Stellung, welche Verfasser den EJasmohrauchii zuwies : er spricht ihnen nämlich nicht nur jede nähere Verwandtschaft mit den übrigen Pisces ab, mit denen sie so wenig wie die C e t a c e a etwas zu thun haben sollen, sondern sieht in ihnen sogar einen besonderen Unterstamm der Wirbeltiere, welchen er als Anossei der Gesamtheit der ülirigen Wirbeltiere (ausser Amphioxns und Cyclostomi), den Ossei gegen- überstellt. Das Fehlen echter Knochenbildungen bei ihnen, die Kalk- inkrustation ihres Knorpels, die Pterygopodien der Männchen dürften jedoch durch eine Trennung der Pisces in zwei Unterklassen, wie sie z. B. Ref. als Chondropterygii und Euichthyes unter- schied, genugsam gewürdigt sein; es würde dann nicht notwendig werden, einer solchen Theorie zu Liebe die vielfachen Übereinstim- mungen im Bau der Elasmobranchier und der übrigen Fische, soweit sie nur eben über die primärsten Wirbeltiercharaktere hinausgehen, sämtlich schlechtweg als Homoplasien aufzufassen, Folgen ähnlicher Lebensweise, nicht gemeinsamer Abstammung. Um nun zum Kerne der vorliegenden Arbeit überzugehen, so sucht Verfasser nachzuweisen, dass die Rochen, welche bisher als eine dun-haus einheitliche Tiergruppe angesehen und fast ganz allgemein alsBatoidei den übrigen Selachieren. den S quäl oidei, gegenüber- gestellt wurden, aus zwei ganz heterogenen Stämmen bestellen, welche völlig unabhängig von einander aus verschiedenen Gruppen älterer Selachier entstanden sind. Die Rochengestalt und die damit verbundenen morphologischen Charaktere sollen Anpassungserscheinungen sein, welche nur als Folge gleicher Lebensweise in beiden Stämmen sich in so gleicher Weise ausgebildet haben, dass sie eine nahe Verwandt- schaft zwischen allen platten Selachiern vortäuschen, welche durch- aus nicht begründet sein soll. Die Tendenz zu einer solchen ..rochen- — 192 — artigen"' Ausbildung zeigt sich übrigens noch bei einer dritten Gru})pe von Selachiern, den Squatiniden, welche schon bisher, obwohl auch sie eine ganze Reihe typischer Rochenmerkmale erworben haben, fast allgemein aus der Gemeinschaft der Batoidei ausgeschlossen worden waren. Zu den charakteristischen Rochenmerkmalen gehcirt die abge- plattete Form des Körpers, die damit zusammenhängende mächtige Entwickelung der zum Hauptbewegungsorgane werdenden Brustflossen, welche am Kopfe Halt suchen und die ventrale Lage der Kiemen- öÖ'nungen veranlassen, ferner die damit wieder in Verbindung stehende V^erkünimerung der Bauchflossen und des Schwanzes, welche als Be- wegungsorgane keine wesentliche Rolle mehr spielen können; die Ver- schmelzung der vorderen Rückenwirbel zu einem einheitlichen Rohre bietet den riesigen Muskelmassen der Brustflossen einen zuverlässigeren Halt, die auffallende Erweiterung des Rückenmarkrohres an derselben Stelle auf Kosten der Wirbelkörper ist gleichfalls direkt durch die ausserordentliche Entwickelung der von hier aus innervierten Brust- flossen veranlasst; nur eine Folgeerscheinung der Ausbildung eines starren Wirl)elrohres ist ferner eine gelenkige Verbindung zwischen Schädel und Wirbelsäule, wie sie sich aus einem ])esonderen Grunde l)ei einem echten Haie, dem Spinaciden Pristioplwrus, ebenfalls aus- gebildet findet. Während alle diese Charaktere als reine Anpassungs- erscheinungen aufgefasst werden können, die nur der Ausdruck ähn- licher Lebensweise sind, ist der liistologisclie Aufbau des Hautskelets davon ganz unljerührt geblieben ; und hierin zeigt sich ein funda- mentaler Unterschied, indem Zähne, Schuppen und Stacheln bei der einen Gruppe, vom Verfasser als Rhinorajiden bezeichnet, aus Pulpodentin, bei der anderen Gruppe, den G en t robat iden, aus- schliesslich aus Vasodentin bestehen. Dieser histologische L'nter- schied macht es möglich, die oftmals zu ähnlichen Formen ent- wickelten Hartgebilde der Haut mit grosser Sicherheit in die eine oder die andere Gruppe zu verweisen. i>ei den urs})rünglichsten Formen dei' Hhiiiorajiden . bei den U li i 11 o ha t i dae, sind sämtliche Bochencliaraktere nocli verhiihuis- mässig wenig entwickelt; besonders bei den iihinobatiden des olx'ren Jura, den ältesten Hochen, die wir kennen, zeigen sich die llrust- flossen noch aiil't'allend kk'in, alter schon in Verbiiuhnig mit dem Koi)fe stehend; auch sind hier die vorderen Rückenwirhel noch deut- lich getrennt von einander {Ii/iiitobatxs hugesiacus von Ciriii); vom Monte Bolca liegen Reste von zwei Ilhinohatus- \vivn vor. Die Torped inidac sind als ein Seitenzweig der II hinobatidae auf- zufassen, mit denen sie in zalilreichen Punkten ihrer Organisation — 193 — übereinstinimon, und mit denen sie die geringe Grösse der Brust- Üossen teilen. Ihre auli'allend breite, an Rajidae erinnernde Kör})ergestalt verdanken sie nicht wie diese der bedeutenden Ent- Avickehmg der Brustflossen, sondern dem Vorhandensein der elek- trischen Organe . welche einen breiten, am Skelet besonders fossiler Formen liöchst auftauenden freien Raum zwischen Schädel, beziehungs- weise Kiemen , und Propterygien einnehmen , welcher bei anderen Rochen nicht existiert. Gattungen wie Narcine mit noch deutlich ent- wickeltem Rostrum und stumpfen Zälmen bilden den Übergang zwischen Rhinobatidae und dieser Familie, während die modernsten Formen [Hypnns, Astrape, Temera) spitze Zähne erworben haben und kein Rostrum mehr besitzen, auch einen auffallend verkümmerten Schwanz zeigen. Narcine niolini n. sp. vom Monte Bolca ist der älteste bekannte Torpedinide, doch zeigt bereits in der oberen Kreide des Libanon ein Rhinobatiden-Skelet so weit auseinander ge- rückte Brusttlossen, dass schon hier das Vorhandensein elektrischer Organe vermutet werden kann. Als ein anderer auf die Rhinobatidae zurückzuführender Zweig erweisen sich die Pristidae, eine Auft'assung, die vom Verfasser auch durch Untersuchungen an Zähnen gestützt wird. PJiinohatus tenuirostris aus der oberen Kreide des Libanon, ferner Propristis und Aniblypnsüs aus dem ältesten Tertiär stellen Zwischenformen zwischen beiden Familien vor. Eine weitere von den Rhinobatidae abzweigende Gruppe sind endlich die Rajidae, die sich durch besonders mächtige Ent- wickelung der Brustflossen auszeichnen. Diese Tendenz zeigt bereits unter den Rhinobatidae die Gattung Trygonorlima ; eine Uber- gangsgruppe bilden die Platyrhiniden, deren Brustflossen sich be- trächtlich nach vorne ausdehnen, so dass sie manchmal vor dem Kopfe nahezu zusammenstossen (FlatyrJiina egertoni und zwei andere Arten vom Monte Bolca). ohne jedoch direkt am Kopfskelet zu artikulieren ; dabei verkümmert auch vielfach sclion der Schwanz, doch noch unter Beibehaltung seiner Flossen, die erst bei den echten Rajidae ver- kümmern. In extremer Weise nach vorne ausgedehnt sind die Brust- flossen bei der recenten Gattung Psammohatis und der aus der Kreide des Libanon bekannten Gattung Cyclobatis, bei welchen sie vor dem Kopfe zusammenhängen und (wie bei Trygon) am Kopfskelet artikulieren. Die Zugehörigkeit von Cyclobatis zu den Rajidae (im Gegensatz zur Ansicht von Smith Woodward) wird vom Verfasser eingehend begründet. Dafür spricht der histologische Bau der Zähne, die winklige, dem Schultergürtel entsprechende Einbiegung der Gliederungslinien an den Brustflossen und besonders das Vorkommen Zoolot'. Contralbl. I. Jahrg. 14 — 194 — eines verlängerten, sehr kräftigen, gegliederten Knorpelstahes am Yor- derrande der Bauchliossen ; dieser ,,Lauftinger", der für alle echten Rajidae höchst charakteristisch und ihnen eigentümlich ist, wird, wie Beobachtungen an lebenden Rajidae zeigen, zum Vorwärtsschieben des Körpers auf dem Meeresboden benützt. Zu den Rajidae gehörte nach dem Verfasser auch der sogenannte BJiinohatus expansus\) avis aus der Kreide des Libanon, der jedoch noch keinen ,, Lauffinger" besass und nunmehr unter dem Namen Rajorhina expansa eine der ursprüng- lichsten Rhinobatenähnlichsten Raji den- Formen darstellen soll; die gleichfalls von dort stammende Puija primanuata Smith Woodward ist dagegen ein echter Rhinobatide. Während die Pristidae und Torpedinidae nicht vor der oberen Kreidezeit sich von den Rhinobatidae getrennt hal)en dürften, isolierten sich die Rajidae wahrscheinlich früher. Als die- jenige Haifischgruppe, von der am wahrscheinlichsten die Rhino- batidae nebst ihren Abktimmlingen herzuleiten sind, wird vom A>r- fasser die Familie der Spinacidae bezeichnet. Die Hauptabteilungen der anderen Gruppe von Rochen, der Centrobatiden, sind bisher besonders nach der Ausbildung ihrer Brustflossen in verschiedene Familien getrennt worden. Bei den ur- sprünglichsten Formen, den Trygonidae, stossen die Brustflossen ununterbrochen vor dem Kopfe zusammen, bei den typischen Mylio- batidae sondert sich durch Verkümmerung der seitlich vom Kopfe stehenden Flossenstrahlen eine einfache vordere Kopfflosse von der Brust- flosse ab, während bei den Ceratopteridae diese Kopfflosse in zwei paarige Flossen aufgelöst ist. Nun ist Promyliohaiis gasoJae (Zigno) vom Monte Bolca ein echter Myliobatide mit Brustflossen nach dem Typus der Trygonidae, und andererseits erwähnt Verfasser Mylio- batiden aus dem adriatischen Meere mit paarigen Kopfflossen. Das- Gebiss des recenten Trygoniden Hiipoloplius seplien leitet zu den Gebissformen der Trygonidae und Myliobatidae zugleich über. Zähne von Rliomhodiis hinkhorsti Dames aus der Kreide von Mast- richt stehen denen von HypoJoplins sephen sehr nahe, es ist die älteste Gebissform, welche bereits Myliobatidencharaktere zeigt. Die Zähne von Ftycliotyytjon triunguJaris Mewss aus der böhmischen Kreide (bisher zu Flychod/is gestellt) luiben uideugbare Trygonideiicharaktere; die älteren Centrobatiden will ^'erfasser unmittelbar an Formen wie Astoracanthus {^ S/rop/iothis), Ftycliodiis, Arroihis anschliessen, jedoch nicht an die eigentlichen Ccstracionidae, welche wenigstens seit der Trias eine von jenen unal)häugige Kntwickelung genommen haben. Am Monte Bolca sind die Centrobatiden durch Trygon (Taeniura) — 195 — muricata, Tr. signoi^ Urolophns crassicaudata und Vromyliohatis gazolae vertreten. Von spindelförmigen Haien liegt aus dem Monte Bolca nur ein spärliches Material vor. Scylliidae sind nur in einem Exemplar be- kannt, Mesiteia emüiae, eine schon in der Kreide bekannte Gattung. Alle übrigen Haie gehören zu den Carchariidae, nämlich Pseudo- gcüens voJtai n. g., n. sp., Alopiopsis pJejodon Lioy und GaJens cuvieri Agassiz. Die Carchariidae sind wahrscheinlich von den schon im Jura erscheinenden Scylliidae herzuleiten, zu welchen Gattungen wie Triacis, Triwmodon^ Leptocarchavias (vom Verfasser als besondere Familie, Scylliodontidae, angesehen) den Übergang bilden. Fossile Reste dieser letzteren Formen sind infolge der geringen Grösse ihrer Zähne äusserst spärlich. Hemigaleus würde die Reihe der echten Carchariidae eröffnen und direkt zu GaJeus und Hemipristis einer- seits,, andererseits durch die eocänen Alopiopsis zu jüngeren Formen wie Galeocerdo und zu einer anderen Reihe Scoliodon — Aprionodon — • Hiipop>rio}i — Prionodon überleiten, welche den Inhalt der Gattung Carcharias bilden. Zwischen Alopiopsis und Scoliodon zweigt sich Sphijrna (= Zi/gaena) selbständig ab, zu welcher Gattung wahrschein- lich sehr viel mehr fossile Zähne gerechnet werden, als sich that- sächlich rechtfertigen lässt. Sichere Reste von Carchariidae lin- den sich erst seit dem Eocän. Vom Miocän ab erlangen sie ein auf- fallendes Übergewicht über die anderen Haie, vor allem werden von ihnen die bis dahin sehr zahlreichen Lamnidae in überraschender Weise zurückgedrängt. Verfasser führt dies auf ihre grössere Kon- kurrenzfähigkeit bei gleicher Lebensweise zurück, indem er ihre aus Pulpodentin bestehenden Zähne für widerstandsfähiger ansieht als die Vasodentinzähne der Lamnidae, ihre Sehorgane für höher differenziert, und auch bezüglich ihrer Schwimmfähigkeit der Ansicht ist, dass selbe durch den bei den jüngeren Carchariidae stets ent- wickelten dreieckigen unteren Schwanzlappen gegenüber der Mehrzahl der Lamnidae erhöht ist. Die Ansichten des Verfassers über die Stammesentwickelung dieser Haie beruht fast lediglich auf dem Studium der Zähne, während bei den Rochen in viel höherem Grade das ganze Skelet als Grundlage genommen werden konnte. L. Döderlein (Strassburg i. F.). Loeb , J. , Über die relative Empfindlichkeit von Fischembryonen gegen Sauer- stoffmangel und Wasserentziehung in verschiedenen Entwicklungsstadien. In : Arch. f. d. ges. Physiol. (Pflüger), 55. Bd. 11. /12. Hft. p. 530—541. 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